Pressemitteilung Nr. 10/2013
Internationaler Frauentag 2013: IG Metall fordert Bundesregierung zu konkreten Maßnahmen auf


Frankfurt/Main – Anlässlich des Internationalen Frauentages am morgigen Freitag hat die IG Metall alle politischen Parteien aufgefordert, konkrete Maßnahmen für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen zu ergreifen. Spätestens in der kommenden Legislaturperiode müssten die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessert werden, damit Frauen in Deutschland selbstbestimmt und mit mehr Wahlfreiheit leben können.

„Der Kampf um die wirkliche Gleichstellung von Frauen ist noch lange nicht gewonnen“, sagte Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. „Zu vielen Frauen wird die Wahlfreiheit über den eigenen Lebensweg noch immer genommen, und zwar durch fehlende Chancengleichheit, Entgeltgerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diesen Missstand muss die Politik dringend mit politischen Initiativen beheben.“

Konkret fordert die IG Metall gesetzliche Regelungen in folgenden Bereichen:
Chancengleichheit: Die IG Metall will eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte. Die Selbstverpflichtung der Unternehmen ist wirkungslos geblieben. Nur 13 Prozent der Dax-Vorstände und 15 Prozent der Aufsichtsräte in Deutschland sind Frauen. Von einem flächendeckenden Mindestlohn und einer Reform der Minijob-Regelung, wie die IG Metall fordert, würden insbesondere Frauen profitieren. Sie arbeiten überwiegend in Minijobs oder in prekären Arbeitsverhältnissen, die keine eigenständige Existenzsicherung ermöglichen. Deswegen sind sie auch stärker von Altersarmut bedroht.

Entgeltgerechtigkeit: Die Entgeltlücke, also der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen bei gleicher Arbeit, beträgt in Deutschland noch immer 22 Prozent. In Europa schneidet Deutschland mit am schlechtesten ab. Die IG Metall fordert deswegen ein Entgeltgleichheitsgesetz, das die Unternehmen verpflichtet, Entgeltlücken aufzudecken und zu korrigieren.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Die IG Metall fordert gesetzliche Regelungen, die unterstützen, dass Männer und Frauen gleichberechtigt die Verantwortung für die Familie übernehmen können. Dazu gehören die Abschaffung des Betreuungsgeldes und der Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Unternehmen müssen familienfreundlichere Arbeitsplätze und flexiblere Arbeitszeitmodelle anbieten.

„Unser Ziel ist die echte Wahlfreiheit der Frauen, welchen Lebensweg sie wie gehen möchten“, sagte Benner. „Zum Glück hat ein Kulturwandel eingesetzt, dem antiquierte politische Vorstellungen und überholte Rollenbilder auf Dauer nicht Stand halten werden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Kulturwandel weitergeht und sich in konkreten Verbesserungen niederschlägt.“

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