Pressemitteilung Nr. 32/2019
IG Metall fordert 1,5 Milliarden Euro für die Zukunft der Raumfahrt

Aufstockung des deutschen Raumfahrt-Budgets erhält Kompetenzen in Industrie, Wissenschaft und Forschung +++ Die konsequente Nutzung und Weiterentwicklung des Ariane-6-Programms sichert Beschäftigung +++ Raumfahrt-Know-how ist wichtig für Klima- und Katastrophenschutz sowie andere Industriebranchen


Frankfurt am Main – Die IG Metall fordert von der Bundesregierung eine Aufstockung des Raumfahrt-Budgets für die ESA-Ministerratskonferenz auf 1,5 Milliarden Euro. „Die wichtige Rolle Deutschlands in der internationalen Raumfahrt muss durch den Ausbau der Kompetenzen in Industrie, Wissenschaft und Forschung gesichert werden. Dazu ist eine Aufstockung des deutschen Raumfahrt-Budgets dringend nötig“, sagt Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und für die Luft- und Raumfahrtbranche zuständig, im Vorfeld der ESA-Ministerratskonferenz am Dienstag in Frankfurt.

Die zuständigen Minister und die von den jeweiligen Regierungen entsandten Vertreter der ESA-Mitgliedstaaten entscheiden am 27. und 28. November 2019 im spanischen Sevilla über das Budget der europäischen Raumfahrtprogramme der nächsten drei Jahre. Die IG Metall erwartet von der Ministerratskonferenz entscheidende Weichenstellungen für die deutsche Raumfahrt.

„Die Raumfahrt steht für Zukunft und Sicherheit beim Klima- und Katastrophenschutz. Eine erfolgreiche Erforschung des Klimawandels ist auch vom Budget der Raumfahrt abhängig“, sagt Kerner. Beispielsweise sind satellitengestützte Vergleichsdaten erforderlich, um die schmelzenden Polkappen und die Beschaffenheit von Gletschereis verlässlich analysieren zu können. Auch bei der Erdbeobachtung oder der Wettervorhersage werden Daten aus der Raumfahrt eingesetzt. „Darüber hinaus profitieren von den Investitionen in die Raumfahrtindustrie weitere bedeutende Branchen“, betont der Gewerkschafter. Innovative Raumfahrt-Technologien kommen im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie in der Medizintechnik zum Einsatz.

Mit Blick auf den drohenden Arbeitsplatzabbau fordert Kerner die Bundesregierung auf, die für die Trägerrakete Ariane-6 gegebenen Zusagen einzuhalten und das Programm konsequent weiterzuentwickeln. „Die Zukunftsfähigkeit der deutschen Standorte darf nicht gefährdet werden“, so der Gewerkschafter.

Hintergrundinformation für die Redaktionen:

European Space Agency (ESA)

Die Europäische Weltraumorganisation mit Sitz in Paris wurde 1975 zur besseren Koordinierung der europäischen Raumfahrtaktivitäten gegründet und um technologisch gegenüber den Raumfahrtnationen Sowjetunion und Vereinigte Staaten gleichberechtigt auftreten zu können. Sie hat 22 Mitgliedstaaten und ein Jahresbudget von 5,3 Mrd. € (2018).

ESA Ministerratskonferenz

Oberstes Gremium der ESA ist der Ministerrat. An der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz nehmen alle Mitglieder und Partner der ESA teil. Dort werden zukünftige Programme und deren finanzielle Mittel für die folgenden drei Jahre beschlossen und auf Antrag neue Partner und Mitglieder aufgenommen.

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