Pressemitteilung Nr. 10/2019
IG Metall erzielt Tarifergebnis für die ostdeutsche Textilindustrie

+++ Angleichung der ostdeutschen Arbeitszeit an das westdeutsche Niveau von 37 Wochenstunden bis 2027 +++ Entgelte und Ausbildungsvergütungen steigen um 6,2 Prozent in 36 Monaten +++ Übernahme der Ausgebildeten und Altersteilzeitregelung wird verlängert


Meerane - Die IG Metall und die Arbeitgeber der ostdeutschen Textilindustrie haben sich nach 14-stündiger Verhandlung in Meerane auf einen Tarifabschluss geeinigt. Neben einer Entgelterhöhung wurde die Angleichung der Arbeitszeit der Textilindustrie in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an die der westdeutschen Tarifgebiete vereinbart. Konkret bedeutet dies für die ostdeutschen Textilbeschäftigten eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von bisher 40 Stunden auf die bereits in Westdeutschland gültigen 37 Stunden in insgesamt sechs Schritten bis 2027. Das Verhandlungsergebnis sieht darüber hinaus eine schnellere Arbeitszeitverkürzung für textile Automobilzulieferer vor.

„Der Tarifabschluss in der ostdeutschen Textilindustrie ist ein wichtiger Meilenstein. Mit der Angleichung der Arbeitszeit ist uns 30 Jahre nach dem Mauerfall endlich auch hier die Wende gelungen“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall. „Die Gleichbehandlung und damit die Anerkennung der Leistung der ostdeutschen Beschäftigten ist überfällig!“

Die Entgelte und Ausbildungsvergütungen steigen ab 1. Juni 2019 um 2,6 Prozent, ab 1. August 2020 um 1,6 Prozent und ab 1. September 2021 um 2,0 Prozent. Außerdem einigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, dass das Urlaubsgeld in drei Stufen ebenfalls an das westdeutsche Niveau angeglichen wird: Es wird ab 2019 auf 625 Euro erhöht und steigt jeweils in 2020 sowie 2021 um weitere 25 Euro. Darüber hinaus wird die Übernahmeverpflichtung für Ausgebildete verlängert. Die Altersteilzeitregelung wird ebenfalls weitergeführt.

„Den Angriff auf die Altersteilzeitquote konnten wir erfolgreich abwehren“, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Manfred Menningen. „Es wurde höchste Zeit neben einer Entgelterhöhung für die Beschäftigten, die Tag für Tag gute Arbeit leisten, die Angleichung der Arbeitsbedingungen in der ostdeutschen Textilindustrie zu vereinbaren. Die vereinbarte Übernahmeregelung gibt jungen Menschen nach der Ausbildung eine sichere Perspektive.“

Der Entgelt-Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 36 Monaten und endet zum 30. April 2022. In der ostdeutschen Textilindustrie arbeiten rund 16 000 Beschäftigte.

 

 

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