PRESSEMITTEILUNG NR. 08/2021
Seit Ende der Friedenspflicht rund 164.000 Metallerinnen und Metaller im Warnstreik

Heute mehr als 17.000 im Ausstand +++ Schwerpunkt im Bezirk Bayern mit rund 6.000 Beschäftigten


Frankfurt am Main – Mehr als 17.160 Beschäftigte haben sich heute im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie bundesweit an Warnstreiks beteiligt (Stand: 14 Uhr). Am Dienstag und Mittwoch hatten jeweils bis zum Nachmittag insgesamt 87.500 Beschäftigte die Arbeit kurzzeitig niedergelegt. In den Abend- und Nachtstunden waren an beiden Tagen Zehntausende weitere Kolleginnen und Kollegen dem Aufruf der IG Metall gefolgt. Seit Ende der Friedenspflicht am Montag, 1. März um 24 Uhr, waren somit insgesamt rund 163.760 Metallerinnen und Metaller im Warnstreik. Sie haben mehr als 350 betriebliche Aktionen durchgeführt.

Am dritten Warnstreiktag lag der Schwerpunkt der Warnstreiks im Bezirk Bayern. Dort legten 5.880 Beschäftigte aus 30 Betrieben kurzzeitig die Arbeit nieder. Allein in Schweinfurt waren bei ZF (Werk Süd), SKF (Werk 3), Bosch Rexroth, Ewellix, Horton Europe und SRAM 2.600 Metallerinnen und Metaller im Warnstreik. 1.000 von ihnen haben an einer Kundgebung teilgenommen. Unter dem Motto „200 für 20.000“ haben sich in Bamberg Delegationen von elf Betrieben mit 200 Teilnehmern auf dem Maxplatz zu einer bunten Kundgebung getroffen – stellvertretend für die 20.000 Metall- und Elektrobeschäftigten in der Region.

Etwa 4.210 Beschäftigte traten im IG Metall-Bezirk Nordrhein-Westfalen in den Warnstreik. 670 von ihnen trafen sich in Gelsenkirchen, Lippstadt und Hemer zu Warnstreikkundgebungen im Autokino.

Rund 2.160 Beschäftigte traten im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kurzzeitig in den Ausstand. Hiervon waren 15 Betriebe betroffen.

Im IG Metall-Bezirk Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Saarland) folgten 2.090 Metallerinnen und Metaller aus mehr als 20 Betrieben dem Aufruf der Gewerkschaft zum Warnstreik, darunter Beschäftigte von Continental in Karben, Rheinböllen und Frankfurt. Beschäftigte von Carl Zeiss in Jena beteiligten sich an einem Homeoffice-Warnstreik.

Im Bezirk Baden-Württemberg legten 1.750 Beschäftigte aus 25 Betrieben die Arbeit nieder. Bei Bürkle in Freudenstadt bildeten 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit Beschäftigten weiterer Betriebe eine Menschenkette rund um das Werksgelände, in Gutach trafen sich 200 Metallerinnen und Metaller von Schondelmaier und ABB Stotz vor dem Werkstor zu einer Kundgebung.

Im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen warnstreikten rund 1.000 Beschäftigte aus 9 Betrieben, im Bezirk Küste 70 Beschäftigte.

Am Nachmittag und am Abend starten weitere Betriebe und Schichten ihre Warnstreiks. Mit den Warnstreiks und Kundgebungen wollen die Beschäftigten ihren Tarifforderungen Nachdruck verleihen und gegen das unzureichende Angebot der Arbeitgeber protestieren.

Die IG Metall fordert für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in dieser Tarifbewegung ein Zukunftspaket. Dies beinhaltet Beschäftigungssicherung, Zukunftstarifverträge für Betriebe sowie eine Stabilisierung der Entgelte. Konkret fordert die IG Metall ein Volumen von vier Prozent, das je nach Situation der Betriebe zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder zur Finanzierung von Maßnahmen der Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Mit Zukunftstarifverträgen sollen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten.

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