PRESSEMITTEILUNG NR.02/2021
Einigung in der westdeutschen Textilindustrie: Mehr Geld und Verbesserungen bei der Altersteilzeit

Coronaprämie von 325 Euro im Jahr 2021 +++ Entgelterhöhung um 1,3 und 1,4 Prozent im Jahr 2022 +++ Höhere Aufzahlungen bei der Altersteilzeit


München - Erfolgreicher Tarifabschluss in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie: Nach einem vierzehnstündigen Verhandlungsmarathon haben sich IG Metall und Arbeitgeber am frühen Dienstagmorgen in München auf ein Paket aus Entgelterhöhungen von zusammengenommen 2,7 Prozent, einer einmaligen Coronaprämie und weiteren Bestandteilen geeinigt. Für 2021 erhalten die knapp 100.000 Beschäftigten der Branche demnach eine steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung in Höhe von 325 Euro. Ab Februar 2022 steigen dann die Löhne und Gehälter um 1,3 Prozent, ab Oktober 2022 um weitere 1,4 Prozent. Das Urlaubsgeld wird ab 2022 um 2 Prozent erhöht. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten.

„Die Beschäftigten haben in der Coronakrise unter enormen Belastungen großartige Arbeit geleistet. Dieser Abschluss ist eine Anerkennung für diesen Einsatz“, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Manfred Menningen, am Dienstag in München. „Es ist uns unter denkbar schwierigen Bedingungen gelungen, eine spürbare Reallohnerhöhung durchzusetzen. Damit steigern wir auch die Kaufkraft und tragen so zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bei“, so Manfred Menningen. Auszubildende erhalten die Coronaprämie in voller Höhe von 325 Euro. Ab 1. August 2022 steigen die Ausbildungsvergütungen um 30 Euro monatlich pro Ausbildungsjahr.

Zusätzlich zu den Entgelterhöhungen wird die tarifliche Altersteilzeit verlängert und verbessert. Die Arbeitgeber zahlen mehr zum Altersteilzeitentgelt dazu: Die Aufstockungszahlung steigt im Juli 2021 um 30 Euro auf 630 Euro im Monat, im Juli 2022 auf 650 Euro. Zudem erhöhen die Arbeitgeber ihre Zahlungen in einen Fonds zur Aus- und Weiterbildung in zwei Schritten von 12,50 Euro auf 15 Euro je Beschäftigten im Jahr.

In der vergangenen Woche hatten fast 7000 Beschäftigte aus 65 Betrieben mit bundesweiten Warnstreiks ein klares Zeichen der Stärke gesetzt. „Ohne ihren entschlossenen Einsatz während der Tarifbewegung wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen“, betonte Verhandlungsführer Manfred Menningen.

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