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Aktiv gegen den Faschismus
Gedenken an die Schrecken der Vergangenheit

Für Gewerkschafter ist der Jahrestag der Reichsprogromnacht am 9. November ein wichtiges Datum, der Opfer von Naziverbrechen zu gedenken. In Wolfsburg und anderen Orten setzt sich die IG Metall dafür ein, dass Faschismus und Antisemitismus nie wieder eine Chance haben.



In der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 kam es im Deutschen Reich zu organisierten Übergriffen gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Synagogen wurden in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte zerstört. Hunderte unschuldiger Menschen kamen zu Tode. Die Pogrome im November 1938 waren der Auftakt zur systematischen Verfolgung unter den Nationalsozialisten und dem Holocaust an den Juden.

Die IG Metall Wolfsburg veranstaltet zum Jahrestag der Reichsprogromnacht ihre traditionelle Antifa-Woche. Sie findet dieses Jahr zum siebten Mal in Folge statt. Die IG Metall Wolfsburg bietet dazu ein Programm aus Zeitzeugengesprächen, Informationen und Kultur. Ein wichtiger Schauplatz der Veranstaltungen in Wolfsburg ist das nationalsozialistische Kinderlager Rühen. Dort waren die Kinder von Zwangsarbeiterinnen untergebracht, die während des Krieges im Volkswagen-Werk Wolfsburg arbeiten mussten.

Begegnung im Betrieb

Der Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg Frank Patta gedachte bei der Gedenkveranstaltung der unschuldigen Opfer des Lagers Rühen, die als Kinder ihren Müttern weggenommen wurden und an Hunger, Kälte und Krankheiten starben. „Wir müssen an das erinnern, was während des zweiten Weltkrieges passiert ist und unsere Erinnerung als Warnung an die junge Generation weitergeben“, sagte Patta. Denn aus dem Gedenken an die Schrecken der Vergangenheit erwachse die Verpflichtung für heute, gemeinsam gegen Neofaschismus, Rassismus und Ausgrenzung einzutreten.

Faschismus darf sich nicht wiederholen

„Die Resonanz auf unsere Gedenkwoche wächst von Jahr zu Jahr“, sagt IG Metall-Sektretär Carsten Hübner, der die Antifa-Aktion in Wolfsburg mitorganisiert hat und begleitet. Dieses Jahr haben sich beispielsweise über 1000 Schüler gemeldet, um an den Gesprächen mit Zeitzeugen teilnehmen zu können.

Das Interesse, sich mit deutscher Geschichte auseinanderzusetzen, wächst auch in den Betrieben. So fand im VW-Werk Wolfsburg erstmals eine Veranstaltung statt, zu der die Vertrauensfrauen der IG Metall eingeladen waren. Eine ehemalige Inhaftierte des Konzentrationslagers Ravensbrück berichtete vor den Metallerinen von ihrem Schicksal.

Gedenken an die Zwangsarbeiter

Auch in anderen Verwaltungsstellen und Betrieben wird das Thema aufgegriffen. Beschäftigte und Betriebsräte des VW-Werkes Baunatal beteiligten sich diese Woche an einem Mahngang in Kassel, mit dem an die Verfolgten des Nazi-Regimes gedacht wurde. „Das Thema ist in der Belegschaft verankert“, sagt die Betriebsrätin Renate Müller. Augenscheinlicher Beweis ist der Gedenkstein auf dem Werksgelände für die Zwangsarbeiter, die im Vorgängerbetrieb von Volkswagen Baunatal eingesetzt waren.

Die IG Metall organisiert und unterstützt bundesweit vielfältige Initiativen, um jeder drohenden Gefahr eines wiederkehrenden Faschismus deutlich entgegen zu treten. Mit der Aktion Respekt tritt die IG Metall für ein solidarisches Miteinander anstelle von rassistischer Ausgrenzung ein. Sie setzt sich aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus ein und fordert gemeinsam mit anderen Gewerkschaften das Verbot faschistischer Parteien und Organisationen.

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