14. Februar 2012
Tarifvertrag
Der Einsatz der Beschäftigten hat sich gelohnt
Der Zukunftstarifvertrag bei Airbus Deutschland ist unter Dach und Fach. Die Beschäftigung und die vier Standorte in Bremen, Buxtehude, Hamburg und Stade sind langfristig gesichert.

Der Zukunftstarifvertrag für die gut 16 000 Beschäftigten von Airbus Deutschland, den IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung unterzeichnet haben, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit und sichert die Zukunft des Flugzeugherstellers. Er gilt bis Ende 2020 für die Stammbelegschaft und begrenzt die Leiharbeit. Danach werden künftig in der Serienfertigung mindestens 80 Prozent fest angestellte Stammkräfte und höchstens 20 Prozent Zeitarbeiter und befristete Arbeitskräfte arbeiten. Ab 2015 setzt sich die Quote der flexiblen Kräfte aus 15 Prozent Zeitarbeitnehmern und fünf Prozent befristeten Mitarbeitern zusammen. Zeitarbeitnehmer erhalten ab dem vierten Monat die gleichen Arbeitsbedingungen und Bezahlung wie die Stammbelegschaft.

 

 

Übernahme nach der Ausbildung

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, erklärte: „Mit dem Zukunftstarifvertrag sichern wir langfristig die Arbeitsplätze bei Airbus in Deutschland. Uns ist es gelungen, Leiharbeit zu begrenzen und den Grundsatz “gleiche Arbeit – gleiches Geld„ zu erhalten. Das Unternehmen bietet zudem jungen Menschen eine sichere Perspektive.“ Airbus verpflichtet sich auf eine Ausbildungsquote von fünf Prozent und sichert die Übernahme aller Auszubildenden zu, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

 

 

Warnstreiks brachten Durchbruch

Mehr als anderthalb Jahre dauerten die Tarifverhandlungen, in deren Verlauf es auch zu Warnstreiks gekommen war. Sie erzeugten den nötigen Druck auf das Airbus-Management. Das Ergebnis kann sich jetzt sehen lassen. Das entschlossene Auftreten der Beschäftigten brachten den Durchbruch. Denn die Zukunft des Unternehmens lässt sich nur gemeinsam mit Beschäftigten sichern. Der Zukunftstarifvertrag begründet auch eine neue Kultur der Zusammenarbeit zwischen Abeitnehmervertretern und die Geschäftsführung, erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Airbus in Deutschland, Johann Dahnken.

 

 

Neue Kultur der Zusammenarbeit

Grundsätzlich soll die Zukunft des Unternehmens gemeinsam gestaltet und vorangetrieben werden. Dazu soll die Produktivit über die bestehenden jährlichen Planungsziele hinaus wesentlich gesteigert werden. Basis dafür ist ein gemeinsamer, langfristiger Optimierungsprozess, den die Mitarbeiter wesentlich mitgestalten. Dafür wurden die Beteiligungsrechte der Mitarbeiter gestärkt. Der Optimierungsprozess umfasst die kontinuierliche gemeinsame Verbesserung von Prozessen sowie Arbeitsweisen und damit des Geschäftsergebnisses.
 

 

Standort- und Beschäftigungssicherung

Betriebsbedingte Kündigungen sind während der Laufzeit des Tarifvertrages ausgeschlossen. Die vier Standorte Bremen, Buxtehude, Hamburg und Stade bleiben erhalten – mit den heutigen Beschäftigungsvolumen der Stammbelegschaften und vorhandenen Kernkompetenzen.

Ein ganzheitliches „Airbus Operating System“ zur Prozess- und Ergebnisverbesserung wird eingeführt. Das Kernelement: Die Teamarbeit wird selbstorganisiert und ausgeweitet. Plant das Unternehmen, Arbeitspakete fremdzuvergeben oder Tätigkeiten auszulagern, werden die Arbeitnehmervertreter in der Planungsphase frühzeitig und umfassend informiert und beteiligt.

Konflikt bei Airbus eskaliert (07.10.2011)

Neu auf igmetall.de

    Link zum Artikel