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Zukunftstarifvertrag für die Beschäftigten der Meyer Werft vereinbart. Foto: Thomas Gelder

Zukunftstarifvertrag für die Beschäftigten der Meyer Werft vereinbart

Meyer Werft garantiert Jobs für die nächsten fünf Jahre

22.12.2011 Ι Die Beschäftigten der Meyer Werft können sich in diesem Jahr über eine ganz besondere Bescherung freuen. Wenige Tage vor Weihnachten einigten sich Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall auf einen Zukunftstarifvertrag: Sichere Jobs bis Sommer 2016, eine verbesserte Altersteilzeit und die Übernahme nach der Ausbildung.

Der deutsche Schiffbau befindet sich schon seit einigen Jahren in einer schwierigen konjunkturellen Lage. Auch nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich viele Werften noch nicht erholt. Die Vorfinanzierung der Schiffe wird immer schwieriger. Das ist eine große Belastung für die Werften.

 

Keine Angst vor den Asiaten

Nicht so bei der Meyer Werft in Papenburg. Hier werden schon seit über 200 Jahren Schiffe gebaut. Die Auftragslage ist gut, eine Flaute ist bei der Papenburger Werft nicht in Sicht. Seit einigen Jahren werden dort Passagier- und Fährschiffe, beispielsweise der Luxusliner Aida, gebaut. Was läuft hier anders? Warum haben die Papenburger keine Angst vor der Billigkonkurrenz aus Asien? Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Asiaten nicht mit den hohen Qualitätsstandards der Papenburger mithalten können. Eine weitere Ursache könnte in den Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen der Werft liegen. So werden auf der Meyer Werft die Arbeitsabläufe immer wieder optimiert und dabei die Beschäftigten gezielt beteiligt.

 

Die Belegschaft wird beteiligt

Mit dem sogenannten "schlanken Schiffbauprozess" hat der norddeutsche Schiffbauer einen verbindlichen Beteiligungsprozess eingeführt. "Für jede Abteilung gibt es Workshops, an dem ein Teil der Beschäftigten teilnimmt. Dabei geht es auch um bessere Arbeitsabläufe", erklärt Thomas Gelder, Vorsitzender des Betriebsrats. Die Ergebnisse der Diskussionen werden dann an die übrigen Beschäftigten weitergetragen. So ist die gesamte Belegschaft letztendlich beteiligt. Zudem wird bei der Meyer Werft nicht mehr über die Entwicklung von Energiepreisen debattiert. "Denn die können wir sowieso nicht beeinflussen, wir produzieren einfach so energieeffizient wie nur möglich", sagt Gelder. 


Alterteilzeit, Übernahme nach der Ausbildung und Neueinstellungen

Bei der Meyer Werft reicht die Arbeit aus den vorhandenen Bestellungen bis zum Frühjahr 2015. Mit dem Zukunftstarifvertrag werden die Arbeitsplätze bis zum Sommer 2016 gesichert. Es wird demnach keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Außerdem werden 100 neue Mitarbeiter eingestellt und die Auszubildenden nach bestandener Prüfung in einen unbefristeten Arbeitsvertrag übernommen. Zu dem Zukunftstarifvertrag gehört auch eine verbesserte Altersteilzeitregelung für Beschäftigte, die das 57. Lebensjahr vollendet haben. Danach kann nicht nur ein kleiner Teil der Belegschaft die Altersteilzeit nutzen, sondern jeder Mitarbeiter, der das möchte, wenn er das Alter erreicht hat. Im Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente ist die Zahl der Beschäftigten auf vier Prozent begrenzt. Dieser Tarifvertrag gilt in der Metall- und Elektroindustrie. Auch beim Einsatz von Leiharbeitern und Werkverträgen konnte ein Erfolg erzielt werden: Der Betriebsrat hat ein erweitertes Mitbestimmungsrecht.

 

Produktivität erhöhen

In Deutschland kämpfen die meisten Werften um ihre Existenz. Umso erfreulicher ist es, dass bei der Meyerwerft die Arbeitsplätze bis zum Sommer 2016 gesichert sind und zusätzliche 100 Mitarbeiter eingestellt werden.


Bei den Verhandlungen um einen Zukunftstarifvertrag hat sich die Arbeitnehmerseite  bereit erklärt, die Produktivität weiter zu steigern. Doch das vereinbarte Produktionsplus von acht Prozent hält sich in einem vertretbaren Rahmen, so Gelder. Mit dem Zukunftstarifvertrag für die 2500 Beschäftigten ist dem Betriebsrat und der IG Metall ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk geglückt. 

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