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Zukunft der Mobilität

Wohin wir morgen fliegen

07.12.2011 Ι Eine globalisierte Wirtschaft funktioniert nicht ohne Mobilität. Bricht der Verkehr zusammen, bricht auch die Wirtschaft zusammen. Doch Mobilität in ihrer heutigen Form stößt an Grenzen. Zur Energiewende gehört auch ein Umdenken, wie man sich zu Lande, zu Wasser und in der Luft vorwärts bewegen kann.

Einen kurzen Moment horchten alle auf. "Wir haben die Lösung für alle Verkehrsprobleme gefunden. Wir beamen uns einfach", scherzte ein Betriebsrat am Ende der Diskussionsrunde "Zukunft der Mobilität", die im Rahmen der IG Metall-Tagung zur Energiewende in Berlin Anfang Dezember stattfand. Gute Idee, fanden seine Zuhörer. Doch bis die Zukunftsvisionen aus den Fernsehserien der 70er Jahre Wirklichkeit werden, müssen Menschen und Waren wohl noch eine Weile auf herkömmlichen Wegen rund um den Globus bewegt werden - wenn auch auf deutlich umweltverträglichere und sparsamere Art und Weise. Denn darin waren sich die Vertreter aller Verkehrsmittel vom Auto bis zum Flugzeug einig: Ein weiter so führt ökologisch, technologisch und beschäftigungspolitisch in die Sackgasse.

Rund 200 Betriebsräte, Wissenschaftler und Gewerkschafter hatten sich am 1. und 2. Dezember 2011 auf Einladung der IG Metall und der Hans Böckler Stiftung in Berlin getroffen, um die Chancen für eine Energiewende in Deutschland auszuloten. Neben dem Thema Mobilität war auch über Ressourceneffizienz, neue Produktionsverfahren, Innovationen und Qualifikationsanforderungen diskutiert worden.


Weniger Gewicht senkt den Verbrauch

Die Industrienationen stehen vor zwei Herausforderungen: Wollen sie die Erderwärmung stoppen, müssen sie den Kohlendioxid-Ausstoß auch im Straßenverkehr bremsen. Wollen sie mobil bleiben, dürfen sie nicht länger allein auf fossile Brennstoffe setzen. Denn Öl wird knapp und teurer. Ein großer Teil der Kohlendioxid-Emissionen geht in der Europäischen Union auf das Konto des Straßenverkehrs. In den vergangenen 20 Jahren stiegen sie um 24 Prozent an. Die Probleme sind klar und auch einige Ideen liegen bereits auf dem Tisch oder fahren bereits auf deutschen Straßen. Autohersteller und Flugzeugbauer verbauen leichtere Materialien in ihren Produkten. Denn weniger Gewicht bedeutet weniger Verbrauch. Neue Antriebstechnologien wie Elektromotoren oder Brennstoffzellen sollen das Auto unabhängig machen von fossilen Brennstoffen und das Klima schonen.

Doch der Fortschritt wirft neue Fragen auf. Elektroautos fahren nur dann klimafreundlich, wenn ihr Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommt und sie Ressourcen sparender produziert werden. Biokraftstoffe gelten zwar als umweltfreundlicher als fossile Brennstoffe. Sie stehen aber in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln, die in vielen Ländern der Welt fehlen.


Nicht den Anschluss verlieren

Auch untereinander stehen die Hersteller der verschiedenen Verkehrsmittel und damit auch ihre Beschäftigten in Konkurrenz. Mehr Transporte auf die Schiene freut die Beschäftigten der Bahnindustrie und verdüstert die Mienen der Nutzfahrzeughersteller. Das gleiche gilt für die Alternative Schiff oder Flieger. Doch bei aller Konkurrenz und der Angst um die eigenen Arbeitsplätze waren sich die Vertreter einig: Die größte Gefahr für die Beschäftigten bei allen Fahrzeugherstellern besteht zurzeit darin, den Anschluss an den technischen Fortschritt zu verlieren.

Eine Lösung für alles, auch das ein Ergebnis der Diskussion, wird es nicht geben. Für die Zukunft braucht es einen Mix aus neuen Antriebstechniken, integrierten Mobilitätskonzepten, die verschiedene Fortbewegungsmittel verbinden, und ein verändertes Mobilitäts- und Konsumverhalten.

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