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Zukunft der Engineering- und IT-Arbeit. Foto: Christiane Benner, IG Metall

Zukunft der Engineering- und IT-Arbeit

Ingenieur- und Entwicklungsarbeit im Akkord

26.09.2012 Ι Werkverträge, Leiharbeit und Outsourcing haben in der Arbeitswelt von Ingenieuren und technischen Experten längst einen festen Platz. Auf der dreitägigen Engineering und IT-Tagung "Zukunft der Arbeit" an der AutoUni in Wolfsburg diskutieren 350 Betriebsräte und Beschäftigte und IG Metall, wie sie sich den Herausforderungen der IT-Branche stellen und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen können.

Die Arbeitswelt von Ingenieuren und IT-Beschäftigten ist einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. "Wir beobachten die Tendenz zu befristeten Arbeitsverhältnissen und Leiharbeit besonders bei jungen Beschäftigten", erklärte IG Metall-Vorstandsmitglied Christiane Benner auf der Tagung am Mittwoch. "In der Branche werden immer mehr Werkverträge abgeschlossen, bei denen Unternehmen bestimmte Projekte an Entwicklungsdienstleister vergeben, aber nur nach Ergebnis und nicht nach Arbeitsaufwand bezahlen."


Unsichere Beschäftigung

Ein weiterer Trend ist das Crowd-Sourcing. "Die IG Metall sieht in Crowd-Sourcing dann ein Problem, wenn Aufträge extern vergeben werden, was mittlerweile gang und gäbe ist. Das ist dann nichts anderes als Akkordarbeit mit geringen Stundenlöhnen", erklärt Benner. "Unsichere Arbeit ist leider inzwischen auch ein Thema für Ingenieure und IT-Beschäftigte." Prekäre Beschäftigung heißt meist geringeres Einkommen und eingeschränkte Aufstiegs- und Weiterbildungschancen.

Die IG Metall fordert dagegen gute Arbeit für Ingenieure, aber auch für Freelancer. "Wir kämpfen für angemessene Vergütung statt Dumping", sagte Benner vor 350 technischen Expertinnen und Experten. "Wir wollen lebensverträgliche Arbeitszeiten statt Arbeiten ohne Ende und Burnout."   

Vernetzung und Austausch

An der Tagung der Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit der IG Metall, die zum vierten Mal stattfindet, nehmen Betriebsratsmitglieder, Vertrauensleute und Beschäftigte aus 70 Engineering- und IT-Unternehmen sowie Studierende teil. Die Tagung dient der Vernetzung  und dem Austausch darüber, welche Strategien für Mitbestimmung und Arbeitsgestaltung im Bereich Engineering und IT sinnvoll sind.  


Ganzheitlich und nachhaltig

Eine wesentliche Voraussetzung für hochmotivierte Beschäftigte, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren, ist eine gut organisierte und gestaltete Arbeit, die auch ökologischen Ansprüchen genügt. Die IG Metall setzt dabei auf das Produktionskonzept "Cradle-to-Cradle". Bei diesem Ansatz entsteht am Ende kein Abfall, sondern es entstehen neue Rohstoffe. Ziel ist es, bei der Produktion und beim Konsumieren ökologisch zu handeln und echtes Re-Cycling zu betreiben. Bei "Cradle-to-Cradle" (deutsch: von der Wiege zur Wiege) kooperiert die IG Metall mit dem Institut für Umweltforschung EPEA und inbesondere mit dem Urheber dieses Konzepts, Prof. Michael Braungart.  

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