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Gute Arbeit 3 / 2010

Zeitschrift Gute Arbeit - März 2010

Dräxlmaier: Krise erfordert sichere, gesunde und gute Arbeit

Seit mehreren Jahren befasst sich der Betriebsrat des High-Tech-Automobilzulieferers Dräxlmaier in Bayern intensiv mit psychischen Belastungen der Beschäftigten. Hierzu hat er eine ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung angestoßen. Mit der Krise kam die Kurzarbeit. Der Kampf um jeden Arbeitsplatz ist ins Zentrum der Betriebsratsarbeit gerückt. Zugleich will der Betriebsrat verhindern, dass die Arbeitgeber in der Krise den Arbeitnehmern immer mehr aufbürden.

In dem Prozess Gefährdungsbeurteilung haben die Beschäftigten bei Dräxlmaier Ansprüche auf gute Arbeitsgestaltung entwickelt, die sie jetzt verteidigen. Jetzt wäre das Management in der Pflicht, konkrete und kreative Lösungen beizutragen. Doch inzwischen droht Personalabbau.

Die Krise hat uns voll erwischt, stellt Rudolf Lang nüchtern fest. Er ist Betriebsratsvorsitzender beim Automobilzulieferer Dräxlmaier im niederbayerischen Vilsbiburg und zugleich auch Konzernbetriebsratsvorsitzender. Bei Dräxlmaier sind rund 2600 meist hochqualifizierte Arbeitnehmer beschäftigt. Das Management will allein in Vilsbiburg bis zu 300 Arbeitsplätze bis Ende 2011 abbauen. Betriebsrat und IG Metall haben alle Hände voll zu tun, um das Schlimmste abzuwehren.

Gesundheit ist schon lange ein Thema des Dräxlmaier-Betriebsrats
Trotzdem, so unterstreicht Lang, will der Betriebsrat das Thema Gesundheit nicht zurückstellen. Gesundheit ist das Wichtigste, was die Beschäftigten haben. Wenn der Arbeitgeber jetzt versuche, die Krise zu nutzen, um schlechtere und gesundheitsriskantere Arbeitsbedingungen durchzusetzen, muss das abgewehrt werden. Alles andere, so Lang, wäre eine falsche Politik. Gesundheit am Arbeitsplatz sei schon lange ein zentrales Thema für den Dräxlmaier-Betriebsrat.

Für sichere und gute Arbeit
Die Beschäftigungssicherung sei in diesem Jahr zwar Mittelpunkt der Betriebsratsarbeit, so Rudi Lang. Aber es wäre völlig unsinnig, wenn Arbeitsplätze, die sie sicherten, Knochenjobs würden, an denen die Kolleginnen und Kollegen ihre Gesundheit ruinieren. Der Betriebsrat will unbeirrt daran festhalten, dass es demnächst eine weitere Runde der Gefährdungsbeurteilung gibt. Die Entgrenzung der Arbeitszeiten sei dabei weiterhin ein wichtiges Thema. Wichtig sei sichere Arbeit, die zugleich gesunde und gute Arbeit sein muss.

Der Autor
Dr. Jürgen Reusch ist Politikwissenschaftler und seit 1993 Redakteur der Arbeit & Ökologie-Briefe bzw. von Gute Arbeit.

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