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Zeitschrift Gute Arbeit - Januar 2011

Zeitschrift Gute Arbeit - Januar 2011

Zeit für Gute Arbeit im Büro

Die Arbeitsqualität in den Büros hat in den letzten Jahren stark gelitten: Ausufernde Arbeitszeiten, geringe Personalschlüssel und wachsende Aufgaben sorgen für Arbeitsverdichtung. Hinzu kommt der Druck, nach der Krise bis an die Grenzen zu gehen und mitzumachen. Höchste Zeit für die IG Metall, etwas zu unternehmen. Im April 2010 startete sie mit ihrem Projekt "Gute Arbeit im Büro" und zog im Dezember eine erste Arbeitsbilanz.

"Mit dem Argument Fachkräftemangel wird der Leistungsdruck verschärft, Arbeit noch stärker verdichtet und Arbeitszeit rücksichtslos ausgedehnt. Mit dem Büroraum wird gegeizt, denn Flächen und Mieten sind teuer. Der Großraum mit 50 Schreibtischen kommt kostengünstiger als kleine Einheiten. Dafür nehmen der Lärm, individuelle Probleme mit dem Raumklima und die Ablenkung zu. Privatheit und Rückzugschancen gehen verloren. Konzentriertes Arbeiten bei geistig fordernden Tätigkeiten empfinden viele Beschäftigte als schwierig, belastend oder unmöglich."

So beschrieb Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, bei der Werkstatt "Gute Arbeit im Büro", was er bei seinen Betriebsbesuchen in letzter Zeit erlebt hat. Rund 150 Teilnehmende aus Betrieben und IG Metall-Geschäftsstellen hatten sich im Dezember 2011 in Sprockhövel zusammengefunden, um eine erste Arbeitsbilanz "Gute Arbeit im Büro" zu ziehen.

Über prekäre Arbeit im Büro reden
Einige Fehlentwicklungen in den Büros sind fast schon Tabuthemen. Damit will die IG Metall aufräumen und die Problemfelder mit ihrem Projekt "Gute Arbeit im Büro" systematisch angehen. Hierbei sei es wichtig, so Urban, auf die Bürobeschäftigten zuzugehen, mit ihnen über ihre Arbeitsbedingungen zu reden und sie zu motivieren, ihre Arbeit zu reflektieren. Betriebsräten und Verwaltungsstellen bietet die IG Metall erprobte und gut handhabbare Instrumente an, Beschäftigte zu befragen:


Die Ergebnisse sind auf Excel-Basis einfach auszuwerten und liefern erste Anhaltspunkte für eine betriebliche Situationsanalyse.

Die Autorin
Beate Eberhardt ist freie Journalistin in Frankfurt am Main.

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