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Wolf-Garten steht vor dem Aus. Foto: Wolf-Garten

Wolf Garten

Wolf-Garten steht vor dem Aus

17.06.2010 Ι Der Aufsichtsrat des Gartengeräte-Herstellers MTD hat beschlossen, das Stammwerk von Wolf-Garten in Betzdorf zu schließen. Betroffen sind 240 Beschäftigte. Wir sprachen mit dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Betzdorf über die Situation.

Nach Angaben des Betriebsrates will MTD das Werk in Betzdorf im Westerwald schließen, um Kosten zu sparen. Der amerikanische Konzern hatte das insolvente Traditionsunternehmen im vergangenen September übernommen. Reduzierte Nachfrage nach Rasenmähern und Überkapazitäten in anderen Bereichen nennt MTD als Grund für das Ende von Wolf-Garten in Betzdorf. MTD mit Hauptsitz in Cleveland/Ohio ist weltweit einer der größten Hersteller von Motorgartengeräten.

Wir befragten Leonard Epping, den 1. Bevollmächtigten der IG Metall Verwaltungsstelle Betzdorf zur Situation:

Wie ist es zu dieser Situation gekommen?
"Wolf-Garten ist im Jahr 2009 aus der Insolvenz von MTD übernommen worden.MTD hat Wolfgarten mit dem Patentrecht, mit den Markenrechten, aber auch mit dem Wissen übernommen, dass der Betrieb aus der Insolvenz kommt. MTD wußte auch, dass im Betrieb die Tarifverträge angewendet werden müssen. Wenn das alles klar war, dann ist es höchst verwunderlich, wenn MTD sich heute auf eine veränderte Marktsituation als Begründung der geplanten Schließung des Standortes beruft."


Beschäftigte von Wolf-Garten protestieren gegen die Schließungspläne

Um wie viele Arbeitsplätze geht es?
"Im Betrieb sind 240 Stammarbeitnehmer beschäftigt, hinzukommen 17 Auszubildende, deren Ausbildungsplätze sind gefährdet und weitere Auszubildende die bereits ihren Ausbildungsvertrag für dieses Jahr bei diesem Ausbildungsbetrieb unterschrieben haben."

Wie hat sich die Belegschaft bisher verhalten?
Die Belegschaft hat seit dem Jahre 2002 auf Lohn und Gehaltsleistungen im immensen Umfang verzichtet, das ging so weit, dass auf Teile des Weihnachtsgeldes und des Urlaubsgeldes verzichtet worden ist. Ob wohl die Belegschaft bis zu 5 Stunden in der Woche unentgeltliche Mehrarbeit geleistet hat und auf Urlaub verzichtet  worden ist und gleich wohl sind immer wieder betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen worden.

Was ist die Forderung der  IG Metall?
"Wir wollen, dass der Standort mit den Arbeitsplätzen, mit den Ausbildungsplätzen, erhalten bleibt. Wir wollen entsprechende Informationen von der Geschäftsleitung, von der Unternehmensleitung haben, warum  innerhalb von 4 bis 5 Wochen die Aussage des Geschäftbereichleiters, dass der Standort sicher ist, nicht mehr stimmen soll. Was sich seit dem verändert hat, was sich an der Perspektive und der Planung der  Geschäftsleitung seit der Übernahme verändert hat und heute für die Schließung des Standortes herangezogen wird.  Wir brauchen Zahlen, Daten und Informationen um von uns aus entsprechende Alternativkonzepte  entwickeln zu können und diesen Zeitraum wollen wir von der Geschäftsleitung haben."

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