IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Wirtschaftskrimi bei Eliog. Foto: kaipity/Fotolia.de

Wirtschaftskrimi bei Eliog: Die Story

IG Metall rettet Jobs nach Krimi-Insolvenz

07.07.2010 Ι Die Ex-Bosse des Eliog-Konzerns haben jahrelang betrogen und ihre Betriebe bis zur Pleite ausgeplündert. Gegen sie ermittelt nun die Staatsanwaltschaft und hatte zeitweise U-Haft verhängt. Und doch kann die IG Metall die meisten der 700 Arbeitsplätze retten - trotz Insolvenz.
Sie haben monatelang keine Löhne gezahlt, Kunden geprellt und ihre Betriebe ausgeplündert. Sich selbst gönnten sie Millionen: Die Bosse der Eliog AG in Thüringen. Im April saßen sie zeitweise in Untersuchungshaft. Doch für sieben der neun Eliog-Standorte, an denen Metall, Kunststoff und Glas verarbeitet wird,und die meisten der 700 Arbeitsplätze geht es nach der Insolvenz nun weiter - dank der IG Metall.

Aufgedeckt

Sie hat die Bosse unter Druck gesetzt, der Staatsanwaltschaft Beweise geliefert und gemeinsam mit den Insolvenzverwaltern neues Geld und Investoren aufgetan. "In Sicherheit sind wir noch nicht", sagt Konrad Friedrich, Betriebsratschef beim Industrieofen-Bauer Eliog Kelvitherm in Römhild. "Aber endlich bekommen wir wieder regelmäßig Geld - und wissen, woran wir sind."

Vor einem Jahr sah das noch anders aus: Die Löhne kamen mit immer mehr Verspätung. Wer sich beschwerte, flog raus. "Uns haben die Bosse mit Geschwätz von neuen Krediten und Investoren hingehalten - sie selbst fuhren ständig mit neuen dicken Autos auf den Hof", erzählt Sylvia Leyh, Betriebsratsvorsitzende am Eliog-Standort MKB in Breitungen, der überwiegend Kunststoffspritzteile produziert. Schließlich schaltete Leyh die IG Metall ein.

Die "Guten" im Eliog-Krimi: Der Betriebsrat mit IG Metall-Sekretär Thomas Steinhäuser (zweiter von rechts). Foto: Mark Gauci.
Die "Guten" im Eliog-Krimi: Der Betriebsrat mit IG Metall-Sekretär Thomas Steinhäuser (zweiter von rechts). Foto: Mark Gauci.

Viele wollten es nicht wahrhaben
"Da stimmte gar nichts bei Eliog. Das wurde schnell klar", erinnert sich Thomas Steinhäuser von der IG Metall Suhl-Sonneberg. "Aber viele wollten das erst nicht wahrhaben. Auf den ersten Versammlungen wurden wir noch beschimpft. Doch bald wurde den Beschäftigten klar: Wir sind die einzigen, auf die sie sich noch verlassen können."

Steinhäuser machte gemeinsam mit den Betriebsräten Druck, drohte mit Klage wegen illegaler Insolvenzverschleppung. Und immer mehr Beschäftigte traten in die IG Metall ein. Die Bosse erteilten Steinhäuser Hausverbot. Doch bald mussten sie nachgeben und verhandeln. Im Herbst kam schließlich doch die Insolvenz- die einzige Chance, die Altschulden (und die Bosse) loszuwerden und neu anzufangen. Die Insolvenz brachte dann auch das ganze Ausmaß der kriminellen Machenschaften ans Licht.

Eine Perspektive
Heute haben bis auf zwei kleinere Standorte alle Eliog-Betriebe eine Zukunft. Einige haben neue Eigentümer - andere bekamen neue Kredite. "Die Insolvenzverwalter haben anfangs abgewunken und wollten die meisten Standorte schließen", erzählt Steinhäuser. "Aber wir haben sie und die Banken überzeugt: Habt mal Mut und probiert es mit uns weiter."

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
kriminalitaet_kaipity_Fotolia_rechts
Weitere Infos zum Fall Eliog
Aktuelles aus den Betrieben
Servicebereich