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© IndustriAll Global

Welttag gegen prekäre Beschäftigung 2017

Stoppt die Profitgier - überall auf der Welt

07.10.2017 Ι Der Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober findet zum zehnten Mal statt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf den weltweiten Bemühungen um existenzsichernde Mindestlöhne. Weltweit wächst die Angst der Beschäftigten um Arbeitsplätze und Löhne.

Am Tag für menschenwürdige Beschäftigung am morgigen Samstag treten alle Gewerkschaften weltweit für gute Arbeit ein. Sie fordern, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und eine neue globale Wirtschaft aufzubauen, bei der die Menschen im Vordergrund stehen. In diesem Jahr liegt der Fokus der Veranstaltungen auf den Bemühungen um existenzsichernde Mindestlöhne und eine Lohnerhöhung für alle erwerbstätigen Menschen. Es gibt neue Formen von Sklaverei in der Textilproduktion und auf Plantagen, von der vor allem Frauen betroffen sind. In Rohstoffminen schuften auch Kinder unter unmenschlichen Umständen. Jeden Tag verunglücken tausende Arbeiterinnen und Arbeiter tödlich, weil Unternehmen keinen angemessenen Schutz gewährleisten. Die Anzahl "moderner Sklaven" wird weltweit auf 46 Millionen geschätzt. Auch in Deutschland sind ausbeuterische Arbeitsverhältnisse wie Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen immer noch häufig anzutreffen.

"Wir Gewerkschaften müssen für auskömmliche Entgelte und sichere Jobs sorgen", betont der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann. Er ist gleichzeitig der Präsident des Dachverbandes IndustriAll Global. Die Industriegewerkschaften, die sich zu IndustriAll Global zusammengeschlossen haben, haben dazu einen Aufruf auf der Plattform Thunderclap gestartet. Denn in vielen Ländern sind grundlegende Rechte auf eine Gewerkschaftsvertretung und auf Tarifverhandlungen in Gefahr.

Es herrschen teilweise Arbeitsbedingungen, die wir uns in Deutschland gar nicht so richtig vorstellen können. In Lesotho beispielsweise müssen Frauen dafür kämpfen, dass sie am Arbeitsplatz nicht sexuell belästigt werden. In Südkorea sitzt der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes KCTU seit zwei Jahren im Gefängnis, weil er Demonstrationen organisiert hatte, um die Verabschiedung arbeitnehmerfeindlicher Gesetze seitens der mittlerweile abgesetzten Park-Regierung zu verhindern.
 

Mittellose Familien, Kinder als Sklavenarbeiter

In Kasachstan wurden führende Gewerkschaftsvertreter allein deshalb verhaftet, weil sie zum Streik aufgerufen hatten. Im von Konflikten zerrütteten Jemen wurden 650 000 öffentlich Beschäftigte mehr als acht Monate lang nicht bezahlt. In der Privatwirtschaft wurden rund vier Millionen Arbeitsplätze abgebaut wie bei dem multinationalen Unternehmen wie Total, so dass die Familien der Betroffenen nun mittellos dastehen. Die andauernde Besatzung Palästinas hat auch zur Folge, dass die Menschen dort kaum die Möglichkeit haben, menschenwürdige Arbeit zu finden. Krasse Zahlen hat jüngst auch die Internationale Arbeitsorganisation ILO geliefert. Sie belegen, dass weltweit mehr als 40 Millionen Menschen Opfer von modernen Formen der Sklaverei sind. Leidtragend sind vor allem Kinder.

Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit hat IndustriAll Global weitere Textilkonzerne aufgerufen, für bessere Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Bangladesch zu sorgen und dem Abkommen beizutreten, das nach dem Einsturz von Rana Plaza mit über 1100 Toten gegründet worden war. Die Gewerkschaften setzen sich für bessere Löhne der Textilarbeiter und für mehr Gebäudesicherheit ein. Nach wie vor kommt es zu Bränden und Unfällen mit tödlichem Ausgang. "Wenn wir als Gewerkschaften nicht immer wieder den Finger in die Wunde legen, wird sich nichts ändern", sagt der Präsident von IndustriAll Global, Jörg Hofmann. "Denn nur wenn wir  weltweit beharrlich dafür eintreten, werden wir höhere Löhne und wirksame Arbeitsschutzbestimmungen erreichen. So verhindern wir auch, dass unsere Standards in Deutschland durch Dumpingstrategien im Ausland untergraben werden."

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