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Weißbuch "Arbeiten 4.0"

Wege in die digitale Arbeitswelt ermöglichen

Die IG Metall sieht in dem von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles Ende November vorgestellten »Weißbuch Arbeiten 4.0« gute Ansätze dafür, was Politik, Tarifparteien und betriebliche Mitbestimmung dazu beitragen können, um die digitale Arbeitswelt sicher und gerecht zu gestalten, die Beschäftigten vor Fremdbestimmung und umfassender Kontrolle zu schützen sowie Selbstbestimmung und Beteiligung zu stärken. »Das Weißbuch enthält Vorschläge, um allen Beschäftigtengruppen Wege in die digitale Arbeitswelt zu ermöglichen«, sagt Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall. An der Erstellung des Weißbuchs war auch die IG Metall durch die Mitarbeit von Betriebsräten und Experten beteiligt. Das Weißbuch soll einen Impuls zur gesellschaftlichen Gestaltung der Zukunft der Arbeit und des Sozialstaats geben. Ihm vorausgegangen war ein breit angelegter gesellschaftlicher Dialog auf der Basis eines Grünbuchs, das im April 2015 vorgelegt worden war. »Aus der Sicht derIG Metall ist zu begrüßen, dass in dem Weißbuch der Anspruch klar formuliert wird, die Transformation der Arbeitsgesellschaft zu gestalten und dabei alle mitzunehmen«, betont Jörg Hofmann. Auch benachteiligte Gruppen auf dem Arbeitsmarkt sollen im digitalen Wandel nicht aus dem Blick geraten. »Der Schlüssel dafür liegt sicherlich in der Beherrschung neuer beruflicherAnforderungen, die durch Qualifizierung vermittelt werden müssen. Dazu brauchen die Beschäftigten Beratung, Zeit und Geld.« Erwerbsarbeit, das ist ein Kernpunkt des Textes, soll auch in Zukunft im Zentrum gesellschaftlicher Teilhabe stehen, gesellschaftliche Integration soll weiterhin zu einem wesentlichen Teil über Erwerbsarbeit erfolgen. Vorgeschlagen wird, dass der deutsche Sozialstaat zu einem präventiven Sozialstaat erweitertwird, der den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit in den Blick nimmt und nicht erst etwa beim Arbeitsplatzverlust eingreift - ein Vorschlag, der bei IG Metall-Chef Jörg Hofmann auf Zustimmung stößt: »Wir begrüßen die im Weißbuch enthaltene schrittweise Umwandlung derArbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung, die Fortbildungsberatung und Förderung auch vor drohender Arbeitslosigkeit bietet.« Initiativrecht notwendig Als interessante Idee, über die es zu diskutieren lohnt, bewertet die IG Metall den Vorschlag, ein »persönliches Erwerbstätigenkonto« einzuführen, das für junge Erwerbstätige beim Eintritt ins Berufsleben mit einem Startkapital ausgestattet wird. Das Geld kann für Qualifizierung, Arbeitszeitreduzierung bei Kindern und Pflege genutzt werden. Finanziert werden soll das Konto aus den Einnahmen der Erbschaftsteuer. Angesichts der nur zögerlichen Weiterbildungsbereitschaft vieler Betriebe bleibe aber unverständlich,warum die Forderung nach einem Initiativrecht des Betriebsrats im Weißbuch nicht benannt werde. »Auch sonst bleibt dasWeißbuch an vielen Stellen eher vage, wo konkrete Ver- änderungen angesagt sind«, so Jörg Hofmann. Hier gelte es nun, nachzusteuern und die politische Debatte zu führen. »Die IG Metall hat hierzu mit ihrem Positionspapier zur Bundestagswahl konkrete Punkte benannt.«

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