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VW übernimmt 2200 Leiharbeitnehmer: gesetzliche Regelung muss trotzdem her

VW übernimmt 2200 Leiharbeitnehmer: gesetzliche Regelung muss trotzdem her

VW übernimmt 2200 Leiharbeitnehmer

23.02.2011 Ι Der Autobauer VW hat in Deutschland 2200 Leiharbeitnehmer in die Stammbelegschaft übernommen. Das ist ein guter Anfang. Und es ist ein toller Erfolg für die VW-Betriebsräte und die IG Metall. Jetzt muss die Politik nachziehen und endlich gesetzlich Equal Pay festlegen. Damit alle Leiharbeitnehmer fair behandelt werden.

Insgesamt werden nur rund sieben Prozent der Leiharbeitnehmer in Deutschland aus der Leiharbeit heraus in eine Festanstellung übernommen. Das ist ein erschreckend geringer Anteil. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Arbeitgeber und Politik Leiharbeit häufig als Sprungbrett in einen festen Job bezeichnen.

Reguläre Jobs für 2200 Leiharbeinehmer bei VW
Der Autobauer VW hat sich entschieden, 2200 seiner Leiharbeitnehmer in die Stammbelegschaft zu übernehmen. Bernd Osterloh, Betriebsratsvorsitzender bei VW, zeigte sich in Wolfsburg zufrieden: "Es geht darum, gute und engagierte Leute zu gewinnen." Damit das gelingt, will der Konzern die Chancen der Leiharbeitnehmer auf reguläre Jobs im gesamten Unternehmen verbessern. Für die Übernahmen werden neue Stellen geschaffen. Im vorigen Jahr hatte VW 400 Leiharbeiter in reguläre Jobs übernommen.

Regierung noch nicht aus der Pflicht
Was Betriebsrat und IG Metall bei VW erreicht haben, ist ein guter Erfolg. Und er bietet den übernommenen Leiharbeitnehmern endlich eine gute Perspektive im Beruf. Wer aber noch Leiharbeitnehmer ist, wird in der Regel weiterhin bei gleicher Arbeit schlechter bezahlt, kann schneller entlassen werden und hat weniger Rechte. Deshalb zeigte sich Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, zwar mit dem Ergebnis zufrieden, aber dennoch kämpferisch für den morgigen Aktionstag: "Das Beispiel Volkswagen zeigt: Überall dort, wo nachhaltige Beschäftigung entsteht, müssen normale Arbeitsverhältnisse Vorrang vor Leiharbeit haben. Equal Pay für alle Leiharbeitnehmer bleibt aber auf der Tagesordnung. Hier steht die Regierungskoalition nach wie vor in der Pflicht für eine flächendeckende gesetzliche Regelung zu sorgen."

Mit dem Aktionstag am 24. Februar 2011 werden Beschäftigte in über 1000 Betrieben deutschlandweit ein Zeichen für sichere und faire Arbeit setzen. Und damit auch für Equal Pay und die faire Behandlung von Leiharbeitnehmern.

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Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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