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US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium

Protektionismus und Preisdumping haben mit fairem Handel nichts zu tun

02.03.2018 Ι Der amerikanische Präsident, Donald Trump, will die heimische Wirtschaft ab-schotten und Zölle auf Stahl und Aluminium einführen. Angekündigt sind Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und 10 Prozent auf Aluminiumimporte.

Jean-Claude Juncker, Kommissionspräsident der Europäischen Union kündigte bereits Gegenmaßnahmen. Die EU werde nicht zusehen, wie Tausende Arbeitsplätze durch unfaire Maßnahmen gefährdet werden.


Setzt der amerikanische Präsident seine Ankündigung um, könnte ein weltweiter Handelsstreit ausbrechen. Vor dessen Folgen warnt der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann: "Das Vorgehen der USA verstößt gegen die Regeln der Welthandelsorganisation und gefährdet Beschäftigung - nicht nur in Deutschland. Die EU muss jetzt entschlossen handeln. Bei einem Handelskrieg gibt es keine Gewinner." Die IG Metall setzt sich für einen fairen Welthandel ein, betonte Hofmann. "Dazu gehören weder protektionistische Maßnahmen noch Dumping-Exporte." Mit Zöllen auf alle Stahl- und Aluminiumimporte treffe Trump jeden Hersteller, unabhängig davon, ob sie sich an Wettbewerbsregeln halten. "Es ist aber ein Unterschied, ob Stahlproduzenten mit hochwertigen Produkten oder mit Dumpingpreisen und schlechten Arbeitsbedingungen auf dem internationalen Markt konkurrieren", sagte Hofmann.


Der deutsche Stahl-Hersteller Thyssen-Krupp sieht sich nur indirekt von den Zöllen betroffen, da sie auf dem amerikanischen Markt nur gering engagiert seien. Abzuwarten bleiben allerdings die indirekten Auswirkungen. Wenn der US-Markt sich abschottet, könnten sich Stahlexporte aus anderen Ländern andere Absatzmärkte suchen. Damit könnten auch die Importe in die EU weiter steigen.


Mit Zöllen auf Stahl und Aluminium will Trump den Markt zugunsten der us-amerikanischen Industrie verschieben und damit sein Wahlkampfversprechen einlösen, sie zu schützen. Doch auch im eigenen Land hält sich der Jubel über die Abschottung durch Zölle in Grenzen. Selbst Parteikollegen des amerikanischen Präsidenten kritisierten den Schritt und fürchten, dass er auch in den USA mehr Jobs kostet als schafft. Vor allem für amerikanische Unternehmen, die hochwertigen Stahl aus dem Ausland kaufen, könnte Trumps Politik teuer werden, wenn sie auf dem amerikanischen Markt keine entsprechenden Produkte bekommen.

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