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Umfrage: Norddeutsche Betriebe liefern erste Ergebnisse zu alternsgerechtem Arbeiten

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Norddeutsche Betriebe liefern erste Ergebnisse zu alternsgerechtem Arbeiten

Gute Arbeit vor der Rente

28.03.2013 Ι Die Menschen in Deutschland sollen immer länger arbeiten. Aber ob sie das auch können, weiß niemand besser als die Beschäftigten selbst. Die IG Metall hat sie befragt. Die ersten Ergebnisse aus Norddeutschland zeigen: Tag für Tag erfahren sie, welche Arbeit für sie besonders belastend ist und im Alter erst recht zum Problem wird.
Im Rahmen ihrer Kampagne "Gute in Arbeit - gut in Rente" hat die IG Metall Beschäftigte zu alternsgerechtem Arbeiten befragt. Die ersten Ergebnisse aus norddeutschen Betrieben zeigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat und auszahlt. Sie helfen der IG Metall, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden.

Gisela Griese ist zufrieden: "Wir haben nicht mit so einem hohen Rücklauf gerechnet, der oft bei 40 oder gar 50 Prozent lag", freut sich die Gewerkschaftssekretärin von der IG Metall Kiel/Neumünster über die gelungene Aktion. 18 von 20 angefragten Betrieben haben dort im Winter bei der Befragung "Gute Arbeit - gut in Rente" mitgemacht und bei den Betroffenen einen Nerv getroffen: "Wir haben gute Rückmeldungen von den Beschäftigten erhalten. Die fanden es sehr gut, dass die IG Metall sich mit diesen Themen beschäftigt."

Gut vorbereitet

Von Gesundheitsanalyse der einzelnen Arbeitsplätze bis hin zur Frage "Wann können wir in Rente gehen? Und können wir von der Rente gut leben": Die Themen sorgten nicht nur bei den Beschäftigten für Gesprächsstoff. In einigen Fällen lockten die Ergebnisse auch die Firmenchefs auf den Plan. "Die waren interessiert an den Ergebnissen der Umfrage und wollten sich mit dem Betriebsrat zusammensetzen: um zu schauen, was man im Betrieb machen kann", erzählt Gisela Griese. Für alle sei damit das sehr umfangreiche und nur auf den ersten Blick trockene Kampagnen-Thema Rente greifbar geworden.

"Den Kosten-Nutzen-Faktor schätze ich als hoch ein, weil uns die Befragung in den Betrieben inhaltlich ein großes Stück weitergebracht hat", fasst Griese den Aufwand für die Aktion zusammen. Im September 2012 hatten der Ortsvorstand und die Vertrauensleute beschlossen, sich an der Kampagne "Gute Arbeit - gut in Rente" zu beteiligen. Um aktive Metallerinnen und Metaller einzubinden, machte die IG Metall die Beschäftigtenumfrage in allen Gremien zum Thema. Während der Aktionswoche erhielten die Betriebe die ersten Fragebögen. "Anfangs war der Rücklauf noch spärlich. Deshalb starteten wir im Februar noch mal einen zweiten Anlauf", erklärte Gisela Griese. Von anfangs 20 interessierten Betrieben machten letztendlich 18 mit - eine Beteiligungsquote von 90 Prozent.

Keine überraschenden Erkenntnisse

Die ersten Ergebnisse im Dezember waren für die Beteiligten nicht überraschend: Etwa 60 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, an ihrem jetzigen Arbeitsplatz unter den derzeitigen Bedingungen bis 67 zu arbeiten. Die Ergebnisse offenbarten aber auch unterschiedliche Wünsche, zum Beispiel zur Arbeitsplatzgestaltung und Qualifizierung. "Die Ergebnisse lassen sich nicht sofort betrieblich umsetzen", räumt Griese ein. "Aber sie geben den Anstoß für Überprüfungen und Gespräche." Ein Ziel der Kampagne sei es, die Arbeitsplätze und das alternsgerechte Arbeiten in Betriebsvereinbarungen mitzugestalten. Und wenn die Geschäftsleitung kein Interesse an dem Thema hat? Dazu Griese: "Dann erhält der Betriebsrat aus der Befragung zumindest gute Argumente, mit denen er Druck machen kann."

Die Umfrageergebnisse liefern aber auch für das betriebliche Engagement Stützenhilfe: 71 Prozent der Befragten wünschen sich demnach Regelungen zur Altersteilzeit. Und sogar 77 Prozent der Beschäftigten sehen ihrer Rente mit Sorge entgegen. Dieses Thema will die regionale IG Metall anlässlich der anstehnden Bundestagswahl in die Öffentlichkeit tragen.

Viel mehr als ein Mitglieder-Werbemittel

Das Konzept der aktivierenden Befragung ging nach Grieses Erfahrungen auf: "Übrigens haben auch viele Nicht-Mitglieder positives Feedback dazu abgegeben", resümiert die Gewerkschaftssekretärin. "Die Befragung war gut für das Image der IG Metall und ich denke, dass uns das mittelfristig auch hilft, Mitglieder zu gewinnen. Wir glauben, dass wir mit ihr auch konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erreichen können und noch mehr Menschen mobilisieren können, Einfluss auf die Rentenpolitik zu nehmen."

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