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ThyssenKrupp Umformtechnik: Kritik an Verkaufsplänen

Absicherungen für Standorte und Arbeitsplätze gefordert

05.10.2010 Ι Im Mutterkonzern ThyssenKrupp gibt es zunehmend konkretere Pläne zum Verkauf der zugehörigen Sparte Umformtechnik. Für die mehr als 1700 Beschäftigten an den Standorten in Bielefeld und Ludwigsfelde (Brandenburg) fordert die IG Metall nun einen Vertrag zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung. Der Konzern hat schließlich auch unternehmerische Verantwortung.

In der ThyssenKrupp AG gibt es zunehmend konkretere Pläne zum Verkauf der Metalforming-Gruppe, zu der auch die Standorte der Umformtechnik gehören. Mit dem Vertrag soll gesichert werden, dass unabhängig von der Verkaufsentscheidung ggf. an einen interessierten chinesischen Erwerber, eine Verpflichtung auf den Standort- und Arbeitsplatzerhalt abgesichert wird.

Neuer Eigentümer darf kein Risiko für Standort und Arbeitsplätze sein
Markus Groms, IG Metall Vorstand/Zweigbüro in Düsseldorf: "ThyssenKrupp muss sich seiner Verantwortung für die vielfach bereits seit Jahrzehnten für das Unternehmen tätigen Mitarbeiter stellen. Als Käufer kann nur in Frage kommen, wer in der Lage ist, das Geschäft und die Standorte optimal weiter zu entwickeln. Ein Eigentümerwechsel darf nicht zum Risiko für Standorte und Arbeitsplätze werden."

Die Betriebsräte und die IG Metall haben dem Vorstand der ThyssenKrupp Steel Europe AG einen Forderungskatalog für den Fall eines Verkaufes übermittelt.
"Wir halten den Verkauf für einen strategischen Fehler. Sollte das Unternehmen aber an der Verkaufsabsicht festhalten, so gibt es für uns klar definierte Best-Owner-Kriterien, die auch für den Erwerber der Umformtechnik gelten müssen", so Willi Segerath, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG.

Kriterien für den Best-Owner
Im Zentrum der Forderungen steht die Zukunftssicherung für Standorte und Beschäftigte des Unternehmens. Dazu soll ThyssenKrupp für mehrere Jahre eine Beteiligung an dem Unternehmen beibehalten. Zudem soll ein Verkauf nur an den Erwerber erfolgen, der sich mit seinem Strategiekonzept und der Übernahme entsprechender Verpflichtungen als Best-Owner ausweisen kann.

"Um überhaupt als Best-Owner in Betracht zu kommen, muss der potenzielle Käufer zunächst ein überzeugendes, industrielles Konzept vorlegen, das auch mit entsprechenden Investitionszusagen hinterlegt sein muss", erläutert Thomas Schlenz, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der ThyssenKrupp AG. "Wir erwarten, dass ThyssenKrupp auch in diesem Fall dem Konzernstandard bei Unternehmensverkäufen gerecht wird", so Schlenz weiter.
Bislang wurde weder ein solches Konzept keinem der potenziellen Investoren vorgelegt, noch konnte dargelegt werden, wie mögliche Käufer sich entsprechend der Best-Owner-Kriterien qualifizieren werden.

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