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Textile Dienstleistungen: Start Tarifrunde 2015

Textile Dienstleistungen: Start Tarifrunde 2015

5 Prozent mehr Geld plus Go Westniveau

02.06.2015 Ι Mit der ersten Verhandlung in Frankfurt startet heute die Tarifrunde für die Beschäftigten der textilen Dienstleister. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld. Zudem sollen im Osten die Bedingungen und Arbeitszeiten an das Westniveau angepasst werden.
Zur Branche der textilen Dienstleistungen zählen Großwäschereien sowie Textilversorgung und -management für den Pflegebereich von Kliniken bis Seniorenheime, Arztpraxen, Hotels und Gaststätten, Industrie und Handwerk.

Der eigentliche Startschuss der Tarifrunde fiel bereits schon am 13. April, als der IG Metall-Vorstand das Forderungspaket zur Tarifrunde 2015 beschloss. Vorausgegangen waren intensive Diskussionen in den Betrieben und regionalen Tarifkommissionen.

Forderungspaket mit drei Elementen

Die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen sollen um fünf Prozent steigen - für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem strebt die IG Metall für die Arbeitnehmer der ostdeutschen Textildienstleister weitere Schritte an das Westniveau der Arbeitsbedingungen und vor allem bei der Arbeitszeit an.

Denn: Obwohl Deutschland seit 25 Jahren wieder vereint ist, gibt es noch immer eine Ost-West-Lücke bei den Arbeitsbedingungen. Das muss sich endlich ändern, damit das Thema von seinem Dauerplatz auf der Tarifagenda verschwindet.

Der jetzige Tarifvertrag zu den Entgelten endet am 30. Juni sowie auch der Tarifvertrag zur Altersteilzeit. Nachdem die IG Metall bei der letzten Tarifrunde in 2013 mit dem Industrieverband Textil Service e.V. (Intex) den Altersteilzeit-Tarifvertrag verbessern und fortschreiben konnte, möchte sie ihn erneut verlängern.

Die Arbeitsplätze der Wäschereibeschäftigten sind extrem stressig und belastend. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt dort deutlich über dem der Gesamtwirtschaft. Sie brauchen vorzeitige Exit-Möglichkeiten und einen flexiblen Übergang in die Rente, wie sie der Tarifvertrag zur Altersteilzeit regelt.

Nicht ohne Tarif

Nur noch zehn Betriebe gehören dem Intex-Verband an und sind damit tarifgebunden. Mit diesen wenigen Unternehmen ringt die IG Metall um faire und gute Tarifverträge, während viele Belegschaften oftmals für Lohnverzicht schwer in die Mangel genommen werden. Deshalb ist die Tarifbindung das A und O für gute Arbeit und saubere Kleidung. Außerdem beugen Tarifverträge Dumpingwettbewerb vor und sorgen für gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen, an denen alle Textildienstleister ebenfalls ein Interesse haben sollten.

Vor diesem Hintergrund betonte Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall zum Auftakt der Tarifrunde: "Die Forderungen für die Branche de sind richtig und wichtig. Voraussetzung für eine erfolgreiche Tarifrunde ist die Durchsetzungskraft der IG Metall. Wir haben uns viel vorgenommen, und deshalb braucht es ein starkes WIR mit vielen Mitgliedern. Nur so kann die IG Metall gut aufgestellt in die Offensive gehen."

Tarif

Lohn, Gehalt und mehr.

Links und Zusatzinformationen
Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

beim Entgelt, beim Urlaub, bei der Arbeitszeit - und es gibt Rechtsschutz. Aber: Nur Mitglieder haben einen Anspruch darauf.

Textile Dienstleister
Welche Betriebe zahlen nach Tarif?

Der Industrieverband Textil Service e.V. (intex) listet unter "Mitglieder" tariftreue Textildenstleister auf.

Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

Kampagne für saubere Kleidung
Clean Clothes Campaign

Mit einem "Arbeitsverhaltenskodex für die Bekleidungsindustrie" will die Kampagne unter anderem erreichen, dass inter- nationale Unternehmen faire und soziale Mindeststandards einhalten. Die IG Metall gehört zu den Unterstützern.

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