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Textil- und Bekleidungsindustrie: Tariferhöhung tritt in Kraft

Textil- und Bekleidungsindustrie: Tariferhöhung tritt in Kraft

Das Richtige in schwierigen Zeiten!

18.01.2010 Ι Das Jahr fängt gut an: Die Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsindustrie bekommen mehr Geld. Ab Januar im Westen und ab Februar im Osten. Denn dann greift der zweite Teil des Tarifabschlusses vom März letzten Jahres. Die Einkommen erhöhen sich jeweils um 1,5 Prozent. Gleichzeitig kommen noch einmal 40 Euro dauerhaft oben drauf. Die Auszubildenden erhalten 20 Euro. Das Urlaubsgeld steigt in der Textil- und Bekleidungsindustrie West in diesem Jahr um 1,5 Prozent und in der Textilindustrie Ost um 3,7 Prozent.

Nachdem bereits für die Monate Mai bis Dezember 2009 acht tarifliche Einmalzahlungen in Höhe von jeweils 42,50 Euro gezahltwurden, steigen nun ab Jahresanfang die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 1,5 Prozent. Diese Erhöhung kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung ganz oder teilweise bis zum 31. Dezember 2010 verschoben werden, Beschäftigungszusage vorausgesetzt.
Zusätzlich steigen die Löhne und Gehälter ab Januar um 40 Euro im Westen und ab Februar im Osten. Die Ausbildungsvergütungen steigen in allen Stufen um 20 Euro. Die Gewinner der zusätzlichen dauerhaften Tabellenerhöhung um 40 oder 20 Euro sind insbesondere die Bezieher mit geringerem Einkommen und die Azubis. Damit wirkt nun die, im Tarifabschluss festgelegte, soziale Komponente.
Der Tarifabschluss leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Kaufkraft, zur Stabilisierung der Konjunktur und zur Beschäftigungssicherung für die Menschen in den Betrieben der Textil- und Bekleidungsindustrie.

Altersteilzeit und Übernahme
Der Tarifvertrag zur Förderung der Altersteilzeit bei Textil- Bekleidung ist Ende Dezember ausgelaufen. In den vereinbarten Expertengesprächen waren die Arbeitgeber bisher nicht bereit, den Tarifvertrag unter gleichen Bedingungen wie bisher fortzuführen. Sie wollen die Zugangsbedingungen einschränken und die Aufstockung erheblich reduzieren.
Wir brauchen eine Regelung, die IG Metall-Mitglieder nicht benachteiligt. Die Arbeitgeber lehnen eine solche Regelung ab.
Unser Ziel sind Regelungsmöglichkeiten zum Altersausstieg. Davon profitieren alle Generationen: Die Jüngeren, weil sie in die Betriebe reinkommen, und die Älteren, weil sie zu anständigen Bedingungen gehen können, wenn die Kraft nachlässt.

Total unverständlich ist, dass gerade in einer Branche, die über Fachkräftemangel klagt, eine Übernahmeregelung für Ausgebildete abgelehnt wird. Die Arbeitgeber wollen keine Verpflichtung eingehen.
Die Zukunft für die Textil- und Bekleidungsbranche ohne qualifizierten und engagierten Nachwuchs - mit einer solchen Verweigerungshaltung wird sie verspielt. Eine Berufsausbildung in der Textil- und Bekleidungsindustrie ist somit für viele, trotz Werbekampagne, "uncool". Ohne frische Kräfte kann aber der größte demografische Wandel der letzten Jahrzehnte nicht bewältigt werden. Die IG Metall hat nun die Arbeitgeber zu Verhandlungen aufgefordert. Diese werden Mitte Februar starten. Es bleibt dabei: Eine Übernahmeregelung und eine Regelung zum Altersausstieg sind gerade jetzt in der Krise besonders wichtig.

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