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Textil-Tarifrunde 2012: zweite Verhandlung endet ebenfalls ohne Ergebnis

Textil-Tarifrunde 2012: zweite Verhandlung endet ebenfalls ohne Ergebnis

Arbeitgeber verweigern Angebot

30.10.2012 Ι Auch in der zweiten Runde für die westdeutschen Textil-Beschäftigten wollten die Arbeitgeber kein Angebot vorlegen. Am 6. November ist die dritte Verhandlung in Bocholt. "Gibt es an diesem Tag kein Ergebnis, sind Warnstreiks der IG Metall unvermeidbar", warnte Michael Jung, der für die IG Metall die Verhandlungen führt.
"Die Zeit für die Arbeitgeber wird knapp. Wer in der zweiten Verhandlung kein Angebot vorlegt, hat offenbar kein Interesse an einem schnellen Tarifabschluss", erklärte Michael Jung gestern nach der zweiten Verhandlung in Frankfurt. Und auch die Hinhaltetaktik bei den Themen Altersteilzeit und Übernahme der Ausgebildeten kann Jung nicht nachvollziehen. Diese wichtigen Zukunftsthemen wollen die Arbeitgeber weiter aufschieben.

Höchste Zeit, für die Zukunft vorzusorgen

Die IG Metall fordert für die rund 120 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Außerdem hatten sich beide Seiten im Tarifabschluss von 2011 verpflichtet, bis Ende Oktober 2012 die Altersteilzeit und die Übernahme der Auszubildenden tariflich zu regeln. "Es ist jetzt höchste Zeit, neben einer kräftigen Lohnerhöhung die Übernahme der Ausgebildeten und die Altersteilzeit zu regeln. Nur damit wird die Textil- und Bekleidungsindustrie attraktiver und bleibt zukunftsfähig", betonte Jung weiter.


Bei der ersten Verhandlung hatten die Arbeitgeber die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld als zu hoch abgelehnt. "Statt dessen wollen sie den Beschäftigten sogar noch die steigenden Energiekosten von der Entgelterhöhung abziehen", kritisierte Michael Jung. Im Vorfeld der zweiten Verhandlung hatte die IG Metall die Arbeitgeber aufgefordert, endlich ein Angebot zu unterbreiten. Sollten sie sich auch bei der dritten Runde am 6. November in Bochum immer noch nicht bewegen, lässt sich die Unruhe in den Betrieben nicht mehr vermeiden.

Ab 8. November Warnstreiks möglich

Fünf Prozent mehr sind für die Unternehmen bezahlbar. Ihr Umsatz mit rund 29 Milliarden Euro hat sich in 2011 wieder auf Vorkrisenniveau bewegt. Der Lohnanteil am Umsatz lag in der Textil-und Bekleidungsbranche wieder unter einem Fünftel und belastet die Betriebe so wenig wie nie zuvor.

Der Tarifvertrag gilt bis zum 31. Oktober 2012. Warnstreiks sind ab dem 8. November möglich.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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