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Proteste zeigen Wirkung; Foto: Michael Frank

Teilerfolg in Langenlonsheim

Nach Protesten wurde Delphi einsichtig

17.01.2013 Ι Für die Beschäftigten des Automobilzulieferers Delphi in Langenlonsheim gibt es einen Lichtblick. Eine Protestdemonstration und ein Warnstreik haben Wirkung gezeigt. Nun ist der Weg frei zu Verhandlungen über den von der IG Metall geforderten Sozialtarifvertrag.

Die Aktionen der 350 Beschäftigten und der IG Metall gegen eine geplante Schließung des Delphi-Werkes in Langenlonsheim (Rheinland-Pfalz) haben Wirkung gezeigt. Nach der zweiten Verhandlungsrunde konnte ein erster Teilerfolg erkämpft werden. Bis Ende September 2013 dürfen keine betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden.

Für einen dreimonatigen Zeitraum  vom 1.10.2013 bis 31.12.2013 sind Kündigungen nur mit Zustimmung der IG Metall möglich. Garantiert wird auch die Übernahme aller Auszubildenden. 2013 werden sechs Azubis eingestellt. Mit der Verlängerung aller befristeten Arbeitsverträge bis Ende 2013 sind auch die Leihbeschäftigten erst mal auf der sicheren Seite.

100 Prozent Zustimmung

Im Gegenzug verzichtet die IG Metall auf weitere Streikaktionen bis Ende April 2013. "Wir haben aus einer Position der Stärke heraus verhandelt und ein gutes Ergebnis erzielt", so Uwe Zabel von der IG Metall Bezirksleitung Mitte. Die Mitglieder der IG Metall haben auf zwei Versammlungen dem Ergebnis zu 100 Prozent zugestimmt. Seit diesen Montag ist die Vereinbarung in Kraft getreten.

"Das Ergebnis der Verhandlung zeigt, dass der Druck durch die Mitglieder der IG Metall bei Delphi notwendig und ausreichend war. Hätte sich die Geschäftsleitung nicht einsichtig gezeigt, hätte hier die Hütte gebrannt. Diesen ersten Erfolg haben wir den Metallerinnen und Metallern bei Delphi zu verdanken", so Edgar Brakhuis, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach.

Verlagerung war ein Flop

Nun gilt es, Verhandlungen über die Zukunft des Werkes und einen Sozialtarifvertrag aufzunehmen. Delphi hat sich bereit erklärt, mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Alternativen zum Erhalt des Standortes ausführlich zu beraten.

Hintergrund ist die Absicht von Delphi, die Produktion von Langenlonsheim ins Ausland zu verlagern. So wurde bereits der Hauptumsatzbringer, ein Sitzverstellschalter für Pkws, nach Mexiko verlagert. Doch das hatte sich zunächst als Flop herausgestellt. Die Qualität war nicht zufriedenstellend, so dass die in Mexiko produzierten Teile doch wieder in Langenlonsheim geprüft und nachgebessert werden mussten.

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