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Verhandlungsauftakt Stahl: Gutes Geld für gute Arbeit mit guten Tarifverträgen

Stahl-Tarifrunde: Gutes Geld für gute Arbeit gefordert

Gefragt sind gute Löhne und Investitionen in die Zukunft

02.11.2015 Ι Die wirtschaftliche Lage der Stahlbranche ist uneinheitlich - einerseits sind die Betriebe gut ausgelastet, andererseits wächst der Importdruck. So endete mangels Angebot der Arbeitgeber die erste Stahl-Verhandlung ergebnislos. Doch anstatt bei den Löhnen zu sparen sind jetzt Investitionen gefragt.
Zum Verhandlungsauftakt für die nordwestdeutsche Stahlbranche kamen die Arbeitgeber am 30. Oktober ohne ein Angebot nach Düsseldorf. Stattdessen meinten die Stahl-Chefs, eine Krisenstimmung heraufbeschwören zu müssen.

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate - sowohl für die Stahlbeschäftigten in Nordwest- als auch in Ostdeutschland. Außerdem will sie erreichen, dass der Tarifvertrag zur Altersteilzeit fortgeschrieben wird und den Auszubildenden die Kosten für Bus- und Bahnfahrten vom Betrieb zur Berufsschule erstattet werden.

Gutes Geld für gute Arbeit

Diese Tarifforderung hat die IG Metall mit Augenmaß beschlossen, die die unterschiedliche wirtschaftliche Situation in den Stahl-Unternehmen berücksichtigt. Denn die IG Metall weiß: Die Lage der Stahlindustrie ist nicht einheitlich und nicht einfach. Einerseits hat Stahl Konjunktur und die Auftragslage ist stabil. Andererseits wächst der Importdruck. China zum Beispiel produziert mehr Stahl als es selbst braucht und drückt den Rest für wenig Geld in den Markt. Allerdings kommt davon nur ein Bruchteil in Europa an.

Die IG Metall meint aber auch: Statt eines Sparkurses bei den Löhnen sind jetzt Investitionen gefragt - in Qualität und Ressourceneffizienz, in die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen, in die Entwicklung leichter Stähle und in die Forschung. Die Beschäftigten leisten gute Arbeit und erwarten dafür ein gutes Entgelt.

Etwa 75 000 Beschäftigte arbeiten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie. Zu den Standorten zählen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Die ostdeutsche Stahlbranche beschäftigt rund 8000 Mitarbeiter. Die zweite Verhandlung für die Nordwest-Stahlbranche soll Mitte November stattfinden.

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