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Tarifrunde Textil Ost: erste Verhandlung endet ohne Ergebnis

Tarifrunde Textil Ost: erste Verhandlung endet ohne Ergebnis

Textiler im Osten haben mehr verdient

26.02.2013 Ι Außer Spesen nichts gewesen: Die erste Tarifverhandlung für die Beschäftigten in der ostdeutschen Textilindustrie am 25. Februar endete ergebnislos. Die Arbeitgeber hatten gestern in Chemnitz nichts anzubieten.
Am 25. Februar 2013 fand in Chemnitz die erste Tarifverhandlung für die ostdeutsche Textilindustrie statt. Die IG Metall fordert, dass die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent steigen. Neben den höheren Einkommen geht es außerdem um die unbefristete Übernahme der Auszubildenden sowie einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Die Arbeitgeber wiesen die Forderung als "völlig überzogen" zurück. Sie waren selbst aber nicht bereit, ein eigenes Angebot vorzulegen. Das kritisierte Michael Jung, der für die IG Metall die Verhandlungen führt. Jung: "Die Binnenkonjunktur wird nur durch mehr Geld im Portemonnaie der Beschäftigten gestärkt."

Ost-Textiler haben mehr verdient

Arbeitgeber können sich das leisten 

Die Textilbranche ist auch für das Jahr 2013 gut aufgestellt. Daher haben die Beschäftigten ein deutliches Plus verdient. Zudem will die IG Metall mit ihrer Tarifpolitik einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass der private Konsum aus dem Schattendasein der letzten Jahre tritt. Aufgrund der bisher guten konjunkturellen Dynamik sind die Textil- und Bekleidungshersteller durchaus in der Lage, mit einer angemessenen Lohnerhöhung die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken.

Die Textilwirtschaft in Ostdeutschland ist eine Zukunftsbranche, die im globalen Wettbewerb vor allem auf das Know-how der Beschäftigten angewiesen ist. Gute Arbeitsbedingen und angemessene Entgelte sind eine Grundvoraussetzung dafür. Die Arbeitnehmer sind hoch flexibel und leisten in den Betrieben bei schwierigen Arbeitsbedingungen herausragende Arbeit. Das sollten die Arbeitgeber auch honorieren.

"Leider hat die ostdeutsche Textilindustrie die rote Laterne im Tarifvergleich. Sie wird unter diesen Bedingungen nicht als Zukunftsbranche bestehen können. Schon heute machen die jungen Beschäftigten einen weiten Bogen um die Branche, Ingenieure und Entwickler sind kaum noch zu bekommen. Das können sich die Arbeitgeber nicht lange leisten", sagte Jung.

Mit dem Auslaufen der Tarifverträge am 31. März 2013 endet auch die Friedenspflicht. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 12. März in Zwickau vereinbart.

Tarif

Lohn, Gehalt und mehr.

Links und Zusatzinformationen
Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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