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Tarifkonflikt: Warnstreiks für Kfz-Flächentarifvertrag und mehr Geld. Foto: Thomas Range

Tarifkonflikt: Warnstreiks für Kfz-Flächentarifvertrag und mehr Geld

In den Ruhrpott-Autohäusern brodelt es

16.07.2013 Ι Für Flächentarif und mehr Geld: Mit Warnstreiks und Demonstrationen hat die IG Metall die Aktionswoche in nordrhein-westfälischen Kfz-Werkstätten gestartet. Den Anfang machten heute mehr als 450 Beschäftigte aus 12 Autohäusern in Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld und Duisburg.
"Was die Arbeitgeber ihren Beschäftigten zumuten, ist die eine Frechheit", empört sich Knut Giesler, IG Metall-Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen. Denn bundesweit erhalten die Kfz-Handwerker zweimal 2,8 Prozent mehr Geld - nur in NRW verweigern sich die Arbeitgeber. Denn statt mit der IG Metall zu verhandeln, erklärte sich die Tarifgemeinschaft der Kfz-Arbeitgeber im Juni als nicht verhandlungsfähig und ließ die Tarifrunde platzen.

Ohne Tarifpartner kein Tarifvertrag

Seitdem fehlt der IG Metall in Nordrhein-Westfalen ein Tarifpartner, mit dem sie über einen Tarifvertrag und mehr Geld für die Kfz-Branche verhandeln kann. Schon 2008 war die Vorgängerorganisation, die Landesinnung der Kfz-Betriebe, aus dem Tarifgeschäft ausgestiegen. Die IG Metall fordert die Arbeitgeber auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.

"Das Handwerk legen" - aktiv für einen Tarifvertrag. Warnstreikende in Düsseldorf. Foto: Thomas Range
"Das Handwerk legen" - aktiv für einen Tarifvertrag. Warnstreikende in Düsseldorf. Foto: Thomas Range

Über 10 000 Kfz-Werkstätten mit 84 360 Arbeitnehmern gibt es in Nordrhein-Westfalen. Etwa 14 000 Kfz-Beschäftigte sind Mitglied der IG Metall. "In den vergangenen vier Wochen haben sich 200 neue Mitglieder angemeldet", sagt Giesler. "Die Stimmung im Kfz-Handwerk läuft heiß."

Im Rahmen einer Aktionswoche hat die IG Metall jetzt zu Warnstreiks und Demonstrationen in nordrhein-westfälischen Kfz-Betrieben aufgerufen. Über 450 Handwerker aus zwölf Werkstätten in Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld und Duisburg legten zum Auftakt bis zu drei Stunden die Arbeit nieder. Dabei waren unter anderem Warnstreikende von den Daimler-Autohäusern Rhein-Ruhr mit Lackierzentrum in Duisburg, von BMW in Düsseldorf, von der Fiat Niederlassung Rhein-Ruhr, von IVECO und MAN-Servicecenter, vom Autohaus Minrath am Niederrhein, Beilharz Nutzfahrzeuge Rheinhausen und vom VW-Zentrum Duisburg.

"Die Stimmung läuft heiß" - Warnstreikende in Düsseldorf. Foto: Thomas Range
"Die Stimmung läuft heiß" - Warnstreikende in Düsseldorf. Foto: Thomas Range

"Beste Arbeit verdient faire Bezahlung"

Auch in Detmold versammelten sich 30 Beschäftigte aus drei Kfz-Betrieben vor der Handwerkskammer und forderten ein Bekenntnis zum Flächentarifvertrag. Ihr Unmut ist gewaltig. "Beste Arbeit verdient faire Bezahlung. Wer das verweigert, provoziert den Streik. Was die Kfz-Arbeitgeber sich herausnehmen, ist reine Lohndrückerei. Nur mit dem Flächentarifvertrag der IG Metall ist der Dumpingwettlauf in der Branche zu stoppen. Was in jedem anderen Bundesland gilt, darf den Menschen in Nordrhein-Westfalen nicht verweigert werden", erklärte Giesler auf der Kundgebung vor der Kfz-Innung in Düsseldorf.



Morgen gehen die Warnstreiks weiter, unter anderem in Dortmund, Gelsenkirchen und in Köln, wo der Schwerpunkt der Aktionen liegt. Dort erwartet die IG Metall mehrere hundert Warnstreikende aus zahlreichen Kfz-Betrieben in Köln, Leverkusen und dem Rhein-Erft-Kreis.

Außerhalb Nordrhein-Westfalens kommt die Tarifrunde im Kfz-Handwerk voran: Wie zuvor in den anderen Bundesländern einigten sich am 5. Juli die IG Metall und die Kfz-Arbeitgeber im Saarland auf ein Plus von jeweils 2,8 Prozent für dieses und das kommende Jahr. Am 6. August gehen die Verhandlungen für die Autohaus-Beschäftigten in Hamburg weiter. Auch dort strebt die IG Metall einen Abschluss an.

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