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Detlef Wetzel zur Lage bei Vodafone; Foto: igmetall

Tarifkonflikt bei Vodafone

Billigstrategie ist der falsche Weg

22.04.2013 Ι Vodafone plant in Deutschland einen kräftigen Personalabbau. Mit einer Ausgliederung der rund 2500 Beschäftigten in eine eigene Servicegesellschaft sollen die Tarifentgelte erheblich gesenkt werden. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall Detlef Wetzel kritisiert das: "Eine Billigstrategie ist ein kurzfristiger, falscher Ansatz, der das Unternehmen nicht weiter entwickelt und für die Beschäftigten unzumutbar ist."

Ein Ausstieg aus der Tarifbindung ist für die IG Metall nicht hinnehmbar, erklärte Detlef Wetzel. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall fordert die Verantwortlichen bei Vodafone auf, von diesen Plänen Abstand zu nehmen. Bereits in den vergangenen Jahren wurden die Belegschaften von Vodafone in Deutschland durch Kostensenkungsmaßnahmen mit mehreren Personalabbau- und Outsourcingaktionen reduziert. Nun hat die Geschäftsleitung ein neues Kostensenkungsprogramm angekündigt, dessen Ausmaß eine tiefe Betroffenheit und Verunsicherung an allen Standorten ausgelöst hat.

Ausgliederung von 2500 Stellen

Neben einem Personalabbau von weiteren 700 Beschäftigten durch Zentralisierung von Funktionen und Outsourcing nach Rumänien und Indien werden die bestehenden Tarifstrukturen direkt in Frage gestellt. Dazu sollen mehr als 2500 Beschäftigte in eine eigene Service-Gesellschaft ausgegliedert werden, um - wie das Unternehmen offen einräumt - die Einstiegsgehälter abzusenken und die heutige direkte tarifliche Anbindung an die Tariferhöhungen Metall Nordrhein-Westfalen abzuschaffen. Damit geht es hier um einen Konflikt über Tarifbindung.

Die IG Metall ist dabei, mit den Betriebsräten und Vertrauensleuten die notwendige Öffentlichkeitsarbeit gegen die geplante Tarifflucht zu organisieren, um handlungsfähig zu sein. Die IG Metall hält es für einen völlig falschen Weg, Personalabbau zu forcieren sowie bestehende Tarifstrukturen auszuhöhlen und gleichzeitig den Anspruch eines Premium-Anbieters zu erheben. Dass sich Vodafone angemessene Tarifentgelte und Tariferhöhungen nicht mehr leisten könne, sei angesichts der mehr als guten wirtschaftlichen Ergebnisse des Unternehmens in keiner Weise nachvollziehbar, erklärte Wetzel. "Eine Billigstrategie ist ein kurzfristiger, falscher Ansatz, der das Unternehmen nicht weiterentwickelt und für die Beschäftigten unzumutbar ist."


Ertragsstarkes Unternehmen

Vodafone hat mehr als 11 000 Beschäftigte in Deutschland und operiert als Komplettanbieter auf dem Markt der Telekom-Dienstleistungen mit den Unternehmensbereichen Netztechnik/Netzausbau,IT, Kundenbetreuung Privat- und Geschäftskunden sowie Vertrieb. Wirtschaftlich kann das Unternehmen mit einem operativen Ergebnis von deutlich über 30 Prozent seit vielen Jahren ein extrem positives Ergebnis vorweisen.

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Links und Zusatzinformationen
Metall-Tarifrunde 2013
Metall-Tarifabschluss 2013
Ab Juli 2013 gab es ein Plus von 3,4 Prozent. Ab Mai 2014 kommen weitere 2,2 Prozent dazu.
Broschüre zum Thema
Warum Tarifverträge?

Was steht in einem Tarifvertrag?
Für wen gilt der Tarifvertrag?
Wie kommen wir zu einem Tarifvertrag?
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Tarifvertrag gibt die Broschüre "Warum Tarifverträge"

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