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Tarifeinstieg vorziehen. Foto: Fotolia.de

Tariferhöhung vorziehen

Wer kann, der muss

29.11.2010 Ι Für weit über 500 000 Metall-Beschäftigte ist schon sicher: Sie erhalten ab Februar 2,7 Prozent mehr Lohn, nicht erst im April. Doch es müssen noch viel mehr Firmen die Tariferhöhung vorziehen, fordert die IG Metall. Es sei "ein Gebot der Fairness", die Arbeitnehmer am Aufschwung zu beteiligen.
Die 120 000 Beschäftigten von Bosch gehörten zu den ersten, die erfuhren, dass ihre Löhne und Gehälter schon ab Februar um 2,7 Prozent steigen. Nachdem Tarifabschluss, den die IG Metall Anfang des Jahres für die Metall- und Elektroindustrie ausgehandelt hatte, kann die Tariferhöhung im April 2011 zwei Monate früher oder zwei Monate später ausgezahltwerden - je nach wirtschaftlicher Situation der Betriebe.

Der Abschluss war unter dem Eindruck der Krise entstanden, als niemand voraussehen konnte, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Ende 2008 hatte die IG Metall noch 4,2 Prozent durchgesetzt, die im Krisenjahr 2009 fällig wurden. Beim Abschluss 2010 standen sichere Arbeitsplätze im Vordergrund.

Zwar ist die Krise noch nicht für alle vorbei. Der Maschinenbau hinkt noch hinterher (siehe Grafik). Aber die Autoindustrie fährt auf vollen Touren. Ihre Auftragsbücher sind bereits voller als vor der Krise. Schon früh kündigten Ford, Audi und Porsche an, die Erhöhung vorzuziehen. Genauso VW für die 7500 Beschäftigten in den beiden Werken in Sachsen, für die der Metall-Tarifvertrag gilt. Zulieferfirmen wie SKF Schweinfurt und Hella folgten dem Beispiel der Autokonzerne.



Auch Unternehmen aus anderen Branchen legten sich schon auf den früheren Termin fest: große wie Siemens mit 150 000 Beschäftigten und Firmen mit 4500 Arbeitnehmern wie Phoenix Contact in Detmold. In Dortmund der Pumpen-Produzent Wilo und die Maschinenbaufirma Bucyrus, in München das Elektronik-Unternehmen Epcos. Einige Unternehmen mauern noch. So hatte das Daimler-Management bis zum 18. November weder Ja noch Nein gesagt. "In Betrieben, in denen die wirtschaftliche Lage gut ist, muss ein Vorziehen selbstverständlich sein", sagt Helga Schwitzer, im IG Metall-Vorstand für Tarifpolitik zuständig. "Wo Arbeitgeber sich weigern, werden Betriebsräte und Beschäftigte Druck machen."

Fetter Gewinn
Die BMWler haben das getan: Sie veranstalteten Protestaktionen. "Was bei Porsche und Audi gilt, muss auch bei uns gelten", sagt Jens Köhler, Betriebsrat in Leipzig. "BMW steuert auf einen Milliardengewinn zu."
"Die Arbeitnehmer haben geholfen, die Betriebe gut durch die Krise zu bringen. Da ist es nur ein Gebot der Fairness, sie jetzt auch am Aufschwung zu beteiligen", sagt der Erste Vorsitzende der IG Metall Berthold Huber. Helga Schwitzer fordert die Betriebsräte auf, die kommenden Wochen zu nutzen,um den Arbeitgebern das klar zumachen.

"Ich gehe davon aus, dass noch etliche Mittelständler nachziehen", ist Hans Jürgen Meier, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Dortmund, überzeugt. "Viele werden die letzte Betriebsversammmlung im Dezember nutzen, um zu verkünden, dass es ab Februar mehr Geld gibt." Denn in der Adventszeit wirkt die tarifliche Vereinbarung wie ein Weihnachtsgeschenk des Chefs, auch ohne Glühwein und Kerzenschein.

Einmalig mehr
Schon diesen Monat bekommen alle Metaller mehr Geld, denn die zweite Einmalzahlung, die die IG Metall für 2010 vereinbart hat, wird fällig: 160 Euro. Gut, um zum Beispiel die Inlandskonjunktur durch Weihnachtsgeschenkkäufe anzukurbeln

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