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Tag_betriebliche_Entgeltgleichheit_2015

Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit 2015

Frauen endlich fair bezahlen

09.10.2015 Ι So nervenaufreibend wie das Foul im Fußball: Frauen verdienen noch immer fast ein Viertel weniger als ihre Kollegen. Am 9. Oktober könnten sich Männer schon den Rest des Jahres frei nehmen. Sie haben dann so viel verdient, wie Frauen bis zum Jahresende. Auf diese Ungerechtigkeit weisen heute in vielen Betrieben Metallerinnen und Metaller hin.

Frauen verdienen in Deutschland 22 Prozent weniger wie Männer. Verdient er 100 Euro, kommt sie gerade mal auf 78 Euro. Diese Entgeltlücke errechnet sich nicht nur durch die schlechtere Bezahlung bei gleicher Arbeit. Gründe sind auch in vielen Fällen familienbedingte Erwerbsunterbrechungen, Teilzeit und Minijobs. Frauen sind zudem vielfach in weniger gut bezahlten Branchen und Berufen beschäftigt und sie sind immer noch seltener in Führungspositionen zu finden. Die Mehrheit der geringfügig Beschäftigten ist zudem weiblich. Das führt zu großer Abhängigkeit. Auf Niedriglohn folgt eine niedrige Rente und viele Frauen verdienen nicht genug, um im Alter versorgt zu sein.

 

Politik und Unternehmen müssen sich bewegen

Entgeltgerechtigkeit ist für die IG Metall eine Kernaufgabe. Die Gewerkschaft macht in den Unternehmen Druck für gleiche Bezahlung bei gleichwertiger Arbeit. Und sie fordert von der Politik ein Entgeltgleichheitsgesetz. Ein solches Gesetz ist nicht nur überfällig, es hilft auch den Betriebsräten, Ungerechtigkeiten in den Unternehmen anzugehen. 
 

In den Unternehmen bewegt sich etwas. Betriebsräte führen Entgeltchecks durch, um die Gründe für ungleiche Bezahlung aufzudecken. Dabei unterstützt die IG Metall mit ihrer Initiative "Auf geht's - faires Entgelt für Frauen" und einem Analysetool. Damit können Betriebsräte in ihrem Betrieb die betriebliche Entgeltlücke errechnen. Entgeltstrukturen werden transparent und das ist der erste Schritt, um Benachteiligungen sichtbar zu machen. Aufgrund der Ergebnisse entwickeln sie die passenden Maßnahmen, um gerechte Bezahlung durchzusetzen.

 

 

Mit Tarifvertrag geht es besser

In den Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind, liegt die Entgeltlücke durchschnittlich bei 23 Prozent. Besser haben es Frauen, die in tarifgebundenen Firmen arbeiten: Hier verdienen Frauen 15 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Nach den Entgelttarifverträgen (ERA) der IG Metall für die Branchen der Metall- und Elektroindustrie gilt grundsätzlich, dass gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden muss.  Trotzdem gibt es Ungerechtigkeiten, das weiß die IG Metall. Die Tarifverträge müssen in den Betrieben umgesetzt werden und da versuchen Arbeitgeber immer wieder auf Kosten der Frauen zu sparen. Bei Arbeitsplatzbeschreibungen werden die Tätigkeiten unter Wert beschrieben, um Frauen dann entsprechend niedriger eingruppieren zu können. Oder es wird versucht, bei der tariflichen Leistungszulage zu sparen.


 

Da ist noch was drin

Klar ist: Alle können etwas tun. Ein Entgeltgleichheitsgesetz und betriebliche Entgeltchecks durch die Betriebsräte sind ebenso notwendig wie Aktionen am Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit. 

Dieser Tag ist heute und deshalb finden in vielen Unternehmen unterschiedlichste Aktionen statt. Da tut sich was - auf Betriebs- und Abteilungsversammlungen, in den Kantinen und vor Werkstoren. Daran können Sie sich beteiligen. Machen Sie mit und unterstützen Sie die Forderungen der IG Metall, damit die Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern bald Geschichte sind.

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