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Streik für Tarifvertrag bei Atlas.

Streik für Tarifvertrag bei Atlas

Arbeitskampf mit Augenmaß

26.10.2010 Ι Seit Freitag, 22. Oktober 2010, streiken die Atlas-Beschäftigten des Werks in Ganderkesee. Zunächst bis zu diesem Donnerstag. In der Zwischenzeit hat Atlas-Chef Fil Filipov die Möglichkeit, sich doch noch auf Verhandlungen über einen Tarifvertrag mit der IG Metall einzulassen. Das fordern seine Mitarbeiter nämlich von ihm.

Seit 22. Oktober 2010 sechs Uhr morgens streiken die Atlas-Beschäftigten am Standort Ganderkesee. Die Stimmung ist zuversichtlich. Auch wegen der Solidarität, die den Streikenden entgegengebracht wird.

Solidarität mit Streikenden
Von den Atlas-Standorten Delmenhorst und Vechta waren Kolleginnen und Kollegen angereist, um die Streikenden zu unterstützen. Diese berichteten, dass die Stimmung an den anderen Standorten ebenfalls gut sei. Auch hier seien die Kolleginnen und Kollegen durchaus bereit, für ihre Forderung nach einem Tarifvertrag zu streiken. Darüber hinaus waren auch Vertreter der IG Metall Küste sowie der IG Metall Unterelbe vor Ort, um den Auftakt des Arbeitskampfes zu begleiten.


Streikbeginn bei Atlas.

Atlas-Chef wollte Leiharbeiter als Streikbrecher missbrauchen
Leiharbeiter sind in Streikzeiten einem besonders hohen Druck ausgesetzt. Sie können ja im Prinzip jederzeit gekündigt, beziehungsweise nicht mehr angefordert werden. Auch Atlas-Chef Filipov hat versucht, auf diese Weise Druck auszuüben. Er hat kurzfristig Leiharbeiter angefordert, um dann Druck auf sie auszuüben und sie so zum Streik brechen zu bewegen. Daraufhin hat die IG Metal die bei Atlas aktiven Verleihunternehmen aufgefordert, die Leiharbeiter wieder abzuziehen. Dieses erfolgte aber erst dann, als viele Betriebsräte sich an die Verleihfirmen gewandt hatten und sie aufforderten, die Streikbrucharbeiten sofort zu unterlassen, ansonsten wird der Betriebsrat auf seinen Arbeitgeber hinwirken, die Zusammenarbeit mit den Verleihbetrieben einzustellen. Das wirkte, die Leiharbeiter wurden komplett abgezogen. "Leiharbeiter dürfen auf keinen Fall als Streikbrecher missbraucht werden," erklärte Michael Schmidt von der IG Metall Küste. Hier habe sich erneut die große Solidarität gezeigt, die den Streikenden entgegengebracht wird.

Noch immer keine Verhandlungsbereitschaft
Anstatt sich zu besinnen und dem Wunsch der Beschäftigten nach Verhandlungen über einen Tarifvertrag nachzukommen, hat Firmenchef Filipov nichts besseres zu tun, als zu drohen: Die Auszubildenden würden mit der Beteiligung am Streik ihre Ausbildungsplätze verlieren, befristete Verträge sowie Verträge von Leiharbeitern würde er kündigen. Rechtlich hat diese Drohung zwar keinerlei Substanz, die Beschäftigten zeigen sich dennoch empört. Zur Überwachung der Streikenden hat Filipov mit großem Aufwand zwei Videosysteme installiert.


Die Atlas-Beschäftigten streiken für einen Tarifvertrag.

Gelebte Solidarität
Am 23. Oktober 2010 erlebten die streikenden Atlas-Beschäftigten vor dem Tor der Fabrik ein weiteres Zeichen gelebter Solidarität: H.H. Wilke aus Klattenhof erschien mit seinem Landrover und Anhänger und am kippte am Ofen, den die Streikenden zum Wärmen haben, Kaminholz ab. Wilke zeigte damit seine Solidarität mit dem Vorhaben der Streikenden, die sich herzlich bedankten.

Die Atlas-Beschäftigten fordern einen Tarifvertrag. Atlas-Geschäftsführer Filipov hat sich bisher strikt geweigert, in Verhandlungen zu treten. Am Donnerstag, 28. Oktober 2010, wird die Streikleitung über ihr weiteres Vorgehen beraten.

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