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Stahl-Tarifrunde: 12200 Stahlarbeiter beteiligten sich am zweiten Warnstreiktag

Stahl-Tarifrunde: 12 200 Stahlarbeiter beteiligten sich am zweiten Warnstreiktag

In den Stahlhütten herrschte Stille

10.11.2011 Ι Den Auftakt machten heute früh um 4 Uhr die Stahlarbeiter der Nachtschicht von ThyssenKrupp Nirosta im hessischen Dillenburg. Insgesamt legten am zweiten Warnstreiktag 12 200 Beschäftigte die Arbeit nieder. Heute stand die gesamte Stahlproduktion in Bremen, Gelsenkirchen, Salzgitter, Peine, Bochum, Ennepetal, Hagen, Remscheid, Siegen und in Dillenburg.

Zur größten Kundgebung im Duisburger Norden kamen über 3500 Warnstreikende aus den Werken Hamborn und Beeckerwerth der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Dort beteiligten sich auch die Beschäftigten der Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern mbH,  von TST Schienentechnik GmbH & Co. KG sowie von den beiden ArcelorMittal Standorten Ruhrort GmbH und Duisburg GmbH. Aus Essen kamen die Stahlarbeiter von ThyssenKrupp Business Services, ThyssenKrupp IT Services und Energietechnik Essen hinzu.

Oliver Burkhard auf der Kundgebung in Duisburg.

Oliver Burkhard auf der Warnstreik-Kundgebung in Duisburg. Foto: Thomas Range

Echte Perspektiven für die junge Generation

Auf der Duisburger Kundgebung forderte Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter in NRW, die Arbeitgeber zu zügigen Verhandlungen auf: "Jetzt auf Zeit zu spielen und hoffen, damit billiger durch die Tür zu kommen - das wird schiefgehen. Wir werden unsere Gangart notfalls noch verschärfen." Zur Forderung nach unbefristeter Übernahme der Ausgebildeten erklärte Burkhard: "Uns geht es um echte Perspektiven für die junge Generation. Das hat rein gar nichts mit Berufsbeamtentum für Auszubildende zu tun. Und sollten die Arbeitgeber über den Bedarf hinaus ausbilden, finden wir auch dafür die richtige Lösung.

Im Süden von Duisburg hatten sich zuvor bereits 1200 Stahlkocher von ThyssenKrupp Steel Europe, Werk Hüttenheim sowie vom Hüttenwerk Krupp Mannesmann und von Salzgitter Mannesmann Forschung SZMF zum Warnstreik versammelt. Dort gab es ab 5 Uhr morgens erste Aktionen vor den Werkstoren.



Weitere Warnstreiks und Kundgebungen

Im hessischen Dillenburg legten bereits um 4 Uhr alle 85 Arbeitnehmer der Nachtschicht von Thyssen-Krupp Nirosta die Arbeit nieder. Auch die erste Schicht, die Normalschicht und die zweite Schicht setzten den Warnstreik für jeweils zwei Stunden fort. Insgesamt beteiligten sich in Dillenburg 450 Warnstreikende.

Um 6 Uhr versammelten sich in Gelsenkirchen 250 Stahlbeschäftigte von Saint Gobain und ThyssenKrupp Electrical Steel (TKES) vor dem Werkstor von TKES. Insgesamt 2300 Arbeitnehmer kamen in Salzgitter zur Kundgebung. Dort sprach Helga Schwitzer, IG Metall-Vorstandsmitglied zu den Warnstreikenden. Für vier Stunden ruhte ab 8 Uhr die Arbeit bei Salzgitter Flachstahl GmbH, Verkehrsbetriebe Peine Salzgitter, Salzgitter Mannesmann Großrohr GmbH, Ilsenburger Grobblech GmbH, GESIS, Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH, Salzgitter AG. Dort versammelten sich ab 9 Uhr die Stahlarbeiter zur Kundgebung am Tor 6 der Salzgitter AG. Auch aus Peine kamen Warnstreikende hinzu. 
 
In Bremen legten für zwei Stunden 1200 Beschäftigte der ArcelorMittal GmbH die Arbeit nieder und in Bochum versammelten sich 2000 Warnstreikende vor drei Kundgebungen. Die größte gab es mit 1200 Beteiligten am Vormittag vor dem Werkstor der ThyssenKrupp Steel Europe AG,ThyssenKrupp Nirosta, BVV, TK Weichenbau. Eine weitere Kundgebung fand mit den Beschäftigten von TKES AG und Stahlwerke statt. Die Stahlarbeiter von Doncasters gingen Mittags für zwei Stunden in den Warnstreik.



In Ennepetal schlossen sich 100 Stahlkocher von Schmolz und Bickenbach (Carp & Hones) den Warnstreiks an. Und in Hagen machten sich 300 Arbeitnehmer der Deutschen Edelstahlwerke auf den Weg. Für bis zu zweistündigen Produktionsausfällen sorgten 600 Beschäftigte aus drei Stahlbetrieben in Remscheid. Betroffen waren die Leistritz Turbinenkomponente GmbH, die SONA BLW Präzisionsschmiede GmbH und die ThyssenKrupp Gerlach GmbH. Im Siegerland versammelten sich 400 Stahlarbeiter vom TKS-E mit den Werken Eichen und Ferndorf zu einer gemeinsamen Kundgebung in Eichen. Auch dort ging nichts mehr.

Nächste Woche geht es weiter

In der kommenden Woche sind am 14. und 15. November weitere Warnstreiks in Mülheim und in Düsseldorf geplant.

Die IG Metall fordert für die 75 000 Stahlbeschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sieben Prozent mehr Geld. Für die Auszubildenden geht es um die unbefristete Übernahme und für die Älteren um einen verbesserte Altersteilzeit. Die Arbeitgeber verweigerten bisher ein Angebot. Die nächste Verhandlung ist am 21. November in Düsseldorf.

Tarif

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Stahltarifrunde 2011


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