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Stahl-Tarifrunde Ost 2010: IG Metall beschließt Forderungspaket. Foto: Christian Barmala / flickr.com

Stahl-Tarifrunde Ost 2010: IG Metall beschließt Forderungspaket

Stahlbeschäftigte im Osten sollen am Aufschwung teilhaben

01.09.2010 Ι Auch für die rund 8000 ostdeutschen Stahlarbeitnehmer fordert die IG Metall sechs Prozent mehr Einkommen. Am 31. August hat die Tarifkommission in Berlin ihr Forderungspaket für die Ost-Stahl-Tarifrunde beschlossen. Zudem will die IG Metall mit den Arbeitgebern einen Tarifvertrag für die Leiharbeiter in der Stahlbranche durchsetzen sowie kürzere Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte.

Mit ihrer Tarifforderung für die rund 8000 ostdeutschen Stahlbeschäftigten orientiert sich die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen an der NRW-Tarifforderung für die Stahlbranche im Westen. Vor allem bei den Löhnen und Gehältern sieht die IG Metall Nachholbedarf, da die Arbeitnehmer durch Kurzarbeit Einkommensverluste hinnehmen mussten.

"Der IG Metall ist es gelungen, in der Krise Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Jetzt müssen die Arbeitnehmer am Erfolg des Aufschwungs in der Branche beteiligt werden. Wir streben die tarifliche Gleichstellung für Leiharbeiter und kürzere Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte an", befand IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel.

IG Metall duldet keine zwei Klassen von Beschäftigten
Durch die politische Deregulierung nimmt das Problem der Leiharbeit weiter zu. Mehr als 3000 Leiharbeiter sind inzwischen in der deutschen Stahlindustrie beschäftigt. Die IG Metall will die Leihtarbeit in der Stahlbranche tarifvertraglich regeln. Vielfach gibt es in Unternehmen bereits schon Betriebsvereinbarungen, die Leiharbeiter mit den Stammbeschäftigten gleichstellt. Diese guten Voraussetzungen will die IG Metall nutzen und künftig Leiharbeitnehmer mit einem einheitlichen Tarifvertrag absichern. "Wir werden keine zwei Klassen von Beschäftigten in der Stahlindustrie dulden. Leiharbeitnehmer müssen für gleiche Arbeit auch gleiches Geld erhalten", betonte Höbel.

Das Forderungspaket beinhaltet im Einzelnen:

  • sechs Prozent mehr für Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten
  • Grundsatz "Gleiche Arbeit - gleiches Geld" für Leiharbeitnehmer tarifvertraglich umsetzen
  • die Gestaltung des demografischen Wandels in der ostdeutschen Stahlbranche tarifvertraglich weiterentwickeln, gleichzeitig die Attraktivität der Ausbildungsverhältnisse steigern.


Verkürzte Arbeitszeiten für Ältere
Nachdem die Tarifparteien schon 2006 sich verpflichtet haben, den demografischen Wandel tarifvertraglich zu gestalten, soll jetzt mit dem Einstieg in verkürzte Arbeitszeiten für Ältere ein weiterer Schritt folgen. Kürzere Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte seien ein wichtiger Beitrag für die Gesundheitsförderung, stellte Olivier Höbel fest. Zugleich leiste die IG Metall damit einen Beitrag, um die Zukunftsperspektiven der jungen Generation zu verbessern.

Ein Termin für die erste Tarifverhandlung ist noch nicht vereinbart.

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