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Stahl-Tarifrunde: Gespräch mit Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter NRW

Stahl-Tarifrunde: Gespräch mit Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter NRW

Nicht dem Chaospotenzial unterordnen

09.11.2011 Ι Zwei Tarifverhandlungen und kein Ergebnis in Sicht. Jetzt macht die IG Metall Druck mit Warnstreiks. "Das war unvermeidbar. Für uns zählt die zügige und gute Lösung", sagt Oliver Burkhard. Der Bezirksleiter der IG Metall in Nordrhein-Westfalen führt die Verhandlungen für die nordwestdeutsche Stahlindustrie.

Oliver, heute starten die Stahlbeschäftigten mit den ersten Warnstreiks. Warum hat sich die IG Metall dazu entschlossen?
Das war unvermeidbar. Die Arbeitgeber spielen auf Zeit und verweisen auf nervöse Finanzmärkte. Dabei ist die Realwirtschaft viel stärker als es manchem derzeit erscheinen mag.

2011 ist für die wichtigsten Abnehmerbranchen Maschinenbau und Autoindustrie und damit für Stahl ein hervorragendes Jahr. Die Autoindustrie erwirtschaftet ein Umsatzplus von vier Prozent, der Maschinenbau von 14 Prozent. Die Stahl-Umsätze sind bis August gegenüber dem Vorjahr um 28,7 Prozent gestiegen, die Produktion um 10,6 und die Produktivität um 8,3 Prozent. Auch für 2012 weisen alle relevanten Prognosen ein weiteres - moderates - Wachstum aus.

Unsere Forderungen sind also bezahlbar und berechtigt. Sie sind nicht dem Chaospotenzial der Finanzmärkte unterzuordnen. Und darum lassen wir uns auch nicht ins Euro-Dschungel-Krisencamp einweisen.

Wie stehen die Stahl-Arbeitgeber zur Forderung nach unbefristeter Übernahme der Auszubildenden?
Sie sperren sich. Aber zur zweiten Verhandlung haben sie bereits erlebt, wie unsere Auszubildenden dazu stehen: geschlossen und durchsetzungsbereit - wie übrigens die gesamte IG Metall. Für uns hat diese Forderung ganz zentrale Bedeutung. So wie wir 2010 den Grundsatz "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" für Leiharbeit bei Stahl durchgesetzt haben, so gibt es für uns auch bei der Übernahme keinen Spielraum für Kompromisse.

Was wollt ihr für die Älteren erreichen?
Für Ältere geht es um die breiter angelegte Ausfahrt in den abgesicherten vorzeitigen Ruhestand. Bei Stahl liegt der Altersdurchschnitt um zwei Jahre über dem der Metall- und Elektroindustrie. Wir haben viele, die diese Chance dringend brauchen. Damit bessern sich auch die Chancen für Junge, übernommen zu werden.

Wie geht es nach den ersten Warnstreiks weiter?
Für uns zählt die zügige und gute Lösung. Nicht Warnstreiks, sondern zustimmungsfähige Verhandlungsergebnisse sind das Ziel.

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Links und Zusatzinformationen
Portal zur Stahl-Tarifrunde 2011/2012

Das Portal zur Stahl-Tarifrunde 2011
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Stahltarifrunde 2011


Aktion vor der dritten Verhandlung in Düsseldorf
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