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Eisen_Stahl_Tarifabschluss

Stahl-Aktionstag 2010

IG Metall fordert Rohstoff- und Energiegipfel

22.04.2010 Ι Spekulanten und marktbeherrschende Kartelle der Eisenerzlieferanten bedrohen die Arbeitsplätze in der Stahlindustrie. Ein Rohstoff- und Energiegipfel soll für faire Wettbewerbsbedingungen auf diesen Märkten sorgen, fordert die IG Metall. Etwa 13 000 Stahlarbeiter sind heute in Duisburg, Brüssel, Hamburg und Potsdam auf Kundgebungen zusammen gekommen, um auf die bedrohliche Lage für Europas Stahlindustrie aufmerksam zu machen.

"Ich fordere die Bundesregierung auf: Laden sie Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräte zu einem Rohstoff- und Energiegipfel ein. Wir müssen gemeinsam Strategien zur Sicherung der Unternehmen und zum Erhalt der Arbeitsplätze entwickeln", sagte Bertin Eichler, Hauptkassierer der IG Metall auf der Protestkundgebung von Stahlarbeitern am Donnerstag in Duisburg. Stahlunternehmen, so Eichler, seien für die Werkstoffversorgung der industriellen Fertigung genauso systemrelevant wie es Banken für die Finanzversorgung der Unternehmen seien.

Das Kasino schließen
Auf der Bezirkskonferenz der IG Metall Berlin in Potsdam forderte der Zweite Vorsitzende der IG Metall Detlef Wetzel die politisch Verantwortlichen auf, die versprochene Finanzmarktregulierung und Eindämmung der Spekulation umzusetzen. An die Bundesregierung appelierte der Gewerkschafter: "Schließt endlich das Kasino, das hunderttausende von Arbeitsplätzen in Gefahr gebracht hat!" Wetzel betonte in seiner Rede die Bedeutung der Branche: Der Kampf der Kolleginnen und Kollegen in der Stahlindustrie sei ein ganz wichtiger - nicht nur für sich selbst - sondern für die gesamte industrielle Basis in Deutschland.


Beschäftigte verschaffen sich Gehör
Fast 10 000 Beschäftigte kamen zur Kundgebung am Duisburger Landschaftspark. Nicht nur die Duisburger Stahlarbeiter versammelten sich dort. Auch aus dem Saarland, aus Peine und Salzgitter, aus Bochum, Dortmund und Siegen kamen hier die Beschäftigten aus Sorge um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze zusammen. 1500 Beschäftigte aus europäischen Standorten der Stahl-, Aluminium-, Zink- und Kupferindustrie, darunter auch zahlreiche Beteiligte aus Düsseldorf, Mülheim und Essen versammelten sich zur Kundgebung in Brüssel.

Foto: Norbert Hüsson

Die Rohstoffkartelle
Nur noch drei Erzproduzenten beherrschen den weltweiten Erzmarkt zu 70 Prozent. Mit Preissteigerungen um über 100 Prozent und quartalsweisen statt jährlichen Preisverhandlungen gefährden sie die Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsfähigkeit und die Arbeitsplätze, insbesondere der europäischen und damit auch der deutschen Stahlindustrie sowie der nachgelagerten Branchen. Damit droht der Eisenerzmarkt, so wie auch andere Rohstoffmärkte, zum Objekt für Finanzspekulanten zu werden.

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Steigende Rohstoffpreise
Holger Wachsmann, Betriebsratsvorsitzender der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH, über die Lage an den Rohstoffmärkten und die Gefahr steigender Preise.
Foto: Patrick Dehmlein/Fotolia.de
Das Zweigbüro des IG Metall-Vorstandes in Düsseldorf kümmert sich bundesweit um die Branchen Stahl, Aluminium, Nicht-Eisen-Metalle, Gießerei-, Schmiede- und Bahnindustrie - und das schon seit 1949. Das Team des Zweigbüros begleitet Betriebsräte und Vertrauensleute und arbeitet zugleich in Aufsichtsräten vieler Unternehmen der Branchen mit.
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