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Mit_Herz_und_Verstand

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Sonderpreis für die IG Metall Jugend NRW

#mitherzundverstand gegen die Rechtspopulisten im Land

15.03.2017 Ι Für die einen sind es bloß Bierdeckel; für die anderen tolle Anlässe, in der Kneipe mit Leuten über Rechtspopulismus ins Gespräch zu kommen: die Initiative #mitherzundverstand der IG Metall Jugend Nordrhein-Westfalen. Heute hat sie dafür den Sonderpreis des Kumpelvereins Gelbe Hand erhalten.

Keine Angst vor heißen Eisen hat der Bezirksjugendausschuss (BJA) der IG Metall NRW: Anfang 2016 beschäftigte er sich intensiv mit dem Thema Rechtspopulismus und stellte dabei fest, dass viele ehrenamtlich Aktive sich der Auseinandersetzung mit AfD & Co. nicht gewachsen fühlen.

Der BJA entwickelte deshalb den Hashtag #mitherzundverstand (Hashtags erleichtern in sozialen Medien wie Facebook die Suche nach derart verschlagworteten Begriffen): sechs verschieden farbige Bierdeckel mit Fragen wie der, wann ein Ausländer "als Deutscher" akzeptiert werde. Daneben steht die Prozentzahl 85. So viele Menschen gaben in einer Umfrage die Antwort "Wenn er in der Fußballnationalmannschaft spielt". Bislang sind 70.000 Bierdeckel in NRW verteilt worden.

Die Preisträger der IG Metall Jugend NRW mit Jörg Hofmann (Dritter von links) neben Malu Dreyer und dem Vorsitzendes des Kumpelvereins Giovanni Pollice. Foto: Carsten Sinß


Der DGB-Jugendsekretär von NRW, Eric Schley, lobte bei der Preisverleihung in der Mainzer Staatskanzlei besonders die Nachhaltigkeit der Initiative: Die Bierdeckel-Nummer wird ergänzt durch Bildungsangebote für die betriebliche Arbeit und ein breit angelegtes Argumentationstraining für alle 39 Ortsjugendausschüsse in NRW. Eric Schley: "Mit Herz und Verstand schwingt nicht die Nazi-Keule und grenzt rechtsradikal denkende Kolleginnen und Kollegen nicht aus, sondern will sie zurückgewinnen."

Die Schirmfrau des Gelbe-Hand-Wettbewerbs 2017, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD) sagte: "Mich machen die Hasstiraden und der dumpfe Rassismus mancher Leute regelrecht zornig. Wir müssen dagegen Stellung zu beziehen und dürfen den Rassisten nicht das Feld überlassen."

Für den Schirmherrn, den Ersten Vorsitzender der IG Metall, Jörg Hofmann, setzt die Gelbe-Hand-Aktion auf die richtigen Themen: "Demokratie muss jeden Tag neu verteidigt werden. Demokraten müssen gegen Stimmungsmache und Hetze klar Position beziehen - in der öffentlichen Diskussion, am Vereinsstammtisch und vor allem im Betrieb, dem bei der Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden eine ganz entscheidende Rolle zukommt." Deshalb sei er froh, dass es "uns im letzten Jahr gelungen ist, mit der Bundesagentur für Arbeit unser Konzept eines Integrationsjahres zu vereinbaren". Danach starten Geflüchtete einen Integrationskurs und drei Monaten später ein ebenso langes Praktikum im Betrieb; parallel lernen sie weiter Deutsch. Anschließend wechseln sie für sechs Monate vom Praktikum in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine erste berufsqualifizierende Ausbildung findet statt. So können sich Geflüchtete und Betrieb kennenlernen und es besteht die Aussicht zur Übernahme.

Das vereinbarte Integrationsjahr ist kein Selbstläufer. Hofmann sagte heute in Mainz: "Wichtig ist jetzt, dass wir in den Betrieben und in den Verwaltungsausschüssen der Arbeitsagenturen darauf drängen, dass das Integrationsjahr umgesetzt wird."

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