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Siemens Healthcare Erlangen: Regelung zur Leiharbeit

Siemens Healthcare Erlangen: Regelung zur Leiharbeit

Mehr Rechte für Leiharbeiter

08.07.2010 Ι Leiharbeiter haben fast immer weniger Rechte als die Stammbelegschaft. Sie verdienen oft bis zu einem Viertel weniger und haben auch sonst viele Nachteile. Bei Siemens Healthcare in Erlangen konnte der Betriebsrat nun Regelungen durchsetzen, die die Situation der Leiharbeiter verbessert.

Als "kleinen Schritt in die richtige Richtung" bewertet Christa Gerdes, Betriebsrätin bei Siemens Healthcare in Erlangen, die "Regelungsabrede" mit dem Unternehmen zur Leiharbeit. Sie werde "wie eine Betriebsvereinbarung gelebt". Aber das sei "noch nicht das Ziel". Die Basis beim Entgelt bildet für die "Regelungsabrede" der entsprechende Tarifvertrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Bei den Prämien, den Schicht- und Leistungszulagen, den Mehrarbeitszuschlägen und dem Kantinenzuschuss werden die Leiharbeiter so behandelt wie die Stammbelegschaft. "Halbjährlich übernimmt das Unternehmen zehn Leiharbeiter/-innen, die die Arbeitnehmerseite vorschlägt, und zehn der Arbeitgeberseite in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis", sagt Christa Gerdes. Diese Übernahme sei immer eine schwierige Prozedur. Sie werde aber praktiziert.

Gesamtbetriebsvereinbarung zur Leiharbeit
Von den rund 8000 Beschäftigten bei Siemens Healthcare in Erlangen, Forchheim und Erlangen sind etwa 845 Leiharbeiter. Die überwiegende Mehrzahl von ihnen ist in Erlangen beschäftigt, wo das Unternehmen seine Elektronikfertigung angesiedelt hat. Der Betriebsrat von Siemens Healthcare hatte sich Ende des letzten Jahres entschieden, dass die seit August 2008 bestehende "Regelungsabrede" vorerst weiter gelten soll. Im August 2009 ist beim Siemens Konzern eine Gesamtbetriebvereinbarung zur Leiharbeit in Kraft getreten.
Dass bei Siemens in Erlangen immerhin mehr als zehn Prozent der Beschäftigten Leiharbeiter sind, zeigt, dass diese Form der Beschäftigung nicht mehr nur Einzelne trifft. Leiharbeit wird zunehmend öfter von Unternehmen eingesetzt. Damit die Belegschaft nicht unter weiter unter Druck gerät und auch Leiharbeiter die gleichen Rechte haben, setzt sich die IG Metall mit ihrer Initiative "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" für faire und regulierte Leiharbeit ein.



Leiharbeit ist regional höchst unterschiedlich verteilt. Mit einem Anteil von 3,7 Prozent Leiharbeitern an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt Bremen an der Spitze. Am kleinsten ist der Anteil an Leiharbeitnehmern in Brandenburg und Schleswig-Holstein.

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