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Saarländische Stahlindustrie: Erste Verhandlung verlief enttäuschend

Saarländische Stahlindustrie: Erste Verhandlung verläuft enttäuschend

Stahlarbeitgeber verweigern Angebot

18.11.2010 Ι Nach der ersten Tarifrunde für die saarländische Stahlindustrie am Mittwoch in Saarbrücken zeigt sich die IG Metall enttäuscht über das Verhalten der Arbeitgeber. Statt eines Angebotes hatten die Stahlchefs für die rund 14 000 Beschäftigten der saarländischen Stahlbranche nur ein "lauwarmes Dankeschön" übrig. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Einkommen sowie eine stärkere Regulierung von Leiharbeit.

"Nachdem die Arbeitnehmer in der Krise durch Kurzarbeit Einkommensverluste hingenommen haben, wollen die Arbeitgeber es jetzt bei einem lauwarmen Dankeschön belassen. Das lehnt die IG Metall in Namen der 14 000 Beschäftigten in der saarländischen Stahlindustrie ab", empörte sich Armin Schild, Verhandlungsführer und Leiter des IG Metall-Bezirks Frankfurt.

Klare Definition für Leiharbeit gefordert
In der ersten Verhandlung hatten die saarländischen Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Auch mit der Frage, wie Leiharbeit vermieden und reguliert werden kann, wollten sich die Stahlchefs nicht beschäftigen. Die IG Metall will die Leiharbeit tariflich regeln. Dabei geht es ihr vor allem um eine klare Definition, wann Leiharbeit zugelassen wird und die Forderung nach gleichen Arbeits- und Tarifbestimmungen für Leiharbeitsbeschäftigte wie für Stammbeschäftigte.

Stahlarbeitgeber spielen auf Zeit
Armin Schild warnte die Arbeitgeber davor, dass ihre doppelte Verweigerungshaltung sich auf die Bereitschaft der Belegschaften auswirken werde, wenn Mehrarbeit gewünscht sei. Sein Gewerkschaftskollege Robert Hiry, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, zeigte sich besonders empört über die Tatsache, dass die "Herrschaften" offenbar auf Zeit spielten. "Wir erwarten, dass bei der nächsten Runde ein konkretes Angebot vorgelegt wird."

Sechs Prozent mehr
In der Tarifrunde für die rund 14 000 Beschäftigten der saarländischen Stahlbranche fordert die IG Metall sechs Prozent höhere Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will die IG Metall den demografischen Wandel und die Sicherung des Fachkräftebedarfs sowie die Leiharbeit in den Stahlbetrieben tariflich regeln.

Zum Geltungsbereich der Tarifverträge gehören die saarländische Stahlindustrie, die Buderus Edelstahl-Werke Wetzlar sowie die badischen Stahlwerke Kehl. Die nächste Tarifverhandlung soll am 8. Dezember sein.

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