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RWI-Studie zur Leiharbeit

RWI-Studie zur Leiharbeit

Und sie verdrängt sie doch

28.03.2012 Ι Fast die Hälfte aller Neueinstellungen ist heute befristet. In den Branchen der IG Metall liegt dieser Wert noch weit höher und dort dominiert auch der Einsatz von Leiharbeitern. Trotzdem geistert die These "Leiharbeit verdränge keine Stammarbeitsplätze" durch die Medien. Die IG Metall zeigt: Belegbar ist diese These nicht.

"Zeitarbeiter verdrängen die Stammbelegschaft nicht", war Tenor einiger Meiden zur aktuellen Studie "Herausforderung Zeitarbeit" des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das aber belegt die Studie so nicht. Sie bestätigt aber: Leiharbeiter sind die ersten Krisenopfer.

Die Datenbasis der Studie bezieht sich auf den Sommer 2008 und 2009 und beschränkt sich somit auf den Höhepunkt des Konjunktureinbruchs. In diesem Zeitraum ging die Zahl der Leiharbeiter von über 800 000 auf unter 600 000 zurück. Gleichzeitig sank auch die Zahl der fest angestellten Beschäftigten. Sie konnten aber dank gemeinsamer Inititative von Gewerkschaften, Unternehmen und Regierung in ihren festen Jobs gehalten werden. Nur so konnte letztendlich die Konjunkturkrise schnell überwunden werden.

Krisenopfer Leiharbeiter

Diese Entwicklung dokumentiert die Studie und kommt zu dem Ergebnis: Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 haben über drei Viertel der Entleihbetriebe ihre Zeitarbeitskräfte reduziert. Stammbelegschaften abgebaut haben hingegen nur 40 Prozent der Betriebe.

Den Autoren der Studie ist dieser Aspekt nicht entgangen und sie schränken ein: "Ein berechtigter Einwand bei dieser Analyse ist, dass die Krisenperiode 2008 bis 2009 ein besonderes Ereignis darstellt und sich die Ergebnisse nicht unbedingt auf andere Perioden übertragen lassen."

Die Studienforscher haben außerdem von 2007 bis 2008 herausgefunden, dass fünf Prozent aller Betriebe Leiharbeit aufgebaut und feste Jobs abgebaut haben. Und 13 Prozent haben feste Stellen in befristete Arbeitsplätze umgewandelt. Macht also zusammen 18 Prozent aller Firmen, in denen Beschäftigungsaufbau befristet und in Leiharbeit zustande kam. Halten wir fest: Dass Leiharbeiter Stammbeschäftigte nicht verdrängen, lässt sich mit dieser Studie nicht belegen. Sie zeigt viel mehr: Leiharbeiter sind die ersten Krisenopfer.

Leiharbeit verdrängt feste Jobs - auch in guten Zeiten

Im September 2010 hat die IG Metall erstmals ihre Betriebsräte befragt. 20 Prozent von ihnen gaben an, dass unmittelbar nach dem Ende der Kurzarbeit Stammbelegschaften durch Leiharbeit ersetzt wurde. In Betrieben mit 1000 bis 2000 Beschäftigten war dies besonders deutlich festzustellen. Bei der Wiederholung der Befragung im Februar 2011 stellten schon 27 Prozent der Betriebsräte fest, dass in ihren Betrieben Stammarbeitsplätze verdrängt werden. Zudem konstatierten die Betriebsräte: 85 Prozent der neu Eingestellten erfolgt über Leiharbeit oder befristet.

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