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Rudolph Automotive Logistik GmbH in Leipzig: richtungsweisender Tarifvertrag vereinbart. Foto: rudolph-log.de

Rudolph Automotive Logistik GmbH in Leipzig: richtungsweisender Tarifvertrag vereinbart

Signal an die Logistikbranche der Autoindustrie

20.08.2012 Ι Deutliche Lohnzuwächse, kürzere Arbeitszeiten und 30 Tage Urlaub: Für die 128 Beschäftigten der Rudolph Automotive Logistik GmbH in Leipzig konnte die IG Metall einen richtungsweisenden Tarifvertrag vereinbaren. Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, bewertete den Abschluss als Signal an die Logistikbranche der Autoindustrie.
"Dieser Tarifvertrag schafft einen Ordnungsrahmen für die bundesweite Logistik- und Dienstleistungsbranche der Autoindustrie", kommentierte Detlef Wetzel den neuen Haustarifvertrag für die Leipziger Niederlassung der Rudolph Automotive Logistik GmbH.

Deutlich mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten

Der Tarifvertrag beschert den 128 Beschäftigten in den nächsten drei Jahren deutliche Lohnzuwächse sowie eine verkürzte Wochenarbeitszeit von 40 auf 38 Stunden.

Die Einkommen steigen stufenweise

  • einmalig um 500 Euro für 2012
  • der Ecklohn auf 1784 Euro zum 1. Januar 2013
  • um 4,3 Prozent zum 1. Juni 2013
  • um 3 Prozent zum 1. März 2014
  • um weitere 3 Prozent zum 1. Januar 2015.

Die Auszubildendenvergütungen sind in die neue Entgeltsystematik eingebunden und steigen ebenfalls entsprechend.

Bis 2016 reduziert der Logistikdienstleister bei vollem Lohnausgleich die Wochenarbeitszeit um jährlich eine halbe Stunde von 40 auf 38 Stunden. Außerdem können sich alle Arbeitnehmer ab 1. Januar 2013 auf 30 Tage Urlaub freuen. Das Urlaubsgeld wird im Rahmen eines Stufenplans weiterentwickelt. Weiterhin vereinbarten IG Metall und Rudolph eine jährliche Sonderzahlung, die der Logisitiker ergebnisabhängig erhöhen kann.

Hart erkämpft

Der Tarifabschluss ist mit sechs Streiks "hart erkämpft" worden, die sich auch direkt auf die Prozesse im Leipziger BMW-Werk ausgewirkt haben, betont Bernd Kruppa, Verhandlungsführer und Bevollmächtiger der IG Metall in Leipzig. 80 Prozent der Beschäftigten bei Rudolph sind inzwischen IG Metall-Mitglied.

Seit sieben Jahren arbeitet die Firma Rudolph Automotive Logistik für BMW in Leipzig. Auf dem Werksgelände des Autobauers versorgen die Rudolph-Angestellten den BMW-Karosseriebau mit allen Rohmaterialien, bestücken und entsorgen die Presse und liefern Teile bis ans Produktionsband. Alles Arbeiten, die zur Wertschöpfungskette eines Autoherstellers gehören, findet die IG Metall. Doch bezahlt werden die Beschäftigten bislang nach den üblichen Logistik-Tarifen. Die Lohndifferenz macht 20 bis 30 Prozent aus, Zuschläge und Sonderzahlungen noch nicht mitgerechnet.

Tarifvertrag schafft Ordnungsrahmen

Die IG Metall beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Bernd Kruppa: "Bis 2015 wird die Automobilindustrie rund 80 Prozent der Wertschöpfung auslagern." Mit dem neuen Tarifvertrag schafft die IG Metall einen Ordnungsrahmen und sorgt für fairen Wettbewerb bei Auftragsvergaben aus der Automobilindustrie. Denn: Ausgelagerte Wertschöpfung darf nicht zum Wettbewerb über die Löhne führen.

Die IG Metall strebt deshalb einen bundesweiten einheitlichen Tarifvertrag für automobilnahe Logistik- und Dienstleistungsbranchen an. Der Vertrag mit Rudolph könnte ein Signal senden: Die Branche ist im Tarifbereich der IG Metall angekommen.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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