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Rentenpaket der Regierung: IG Metall-Umfrage ergibt Zustimmung

Rentenpaket der Regierung: IG Metall-Umfrage ergibt große Zustimmung

Junge Menschen unterstützen Rentenreform

06.05.2014 Ι In der Debatte um das Rentenpaket der Regierung geben die Kritiker der Reform vor, die Interessen der jungen Generation zu vertreten. Die IG Metall hat junge Menschen gefragt, was sie vom geplanten Rentengesetz halten. Die Antwort: sehr viel. Auch deshalb warnt die Gewerkschaft Union und SPD davor, das Vorhaben zu verwässern.
Junge Menschen finden es gut, wenn ältere Menschen nach einem langen Berufsleben früher in Rente gehen können und dafür nicht mit einer geringeren Rente bestraft werden. In einer repräsentativen Umfrage von Infratest im Auftrag der IG Metall begrüßte die große Mehrheit der 18- bis 34-Jährigen die vorzeitige abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte. Mit 89 Prozent liegt die Zustimmung in dieser Altersgruppe sogar über dem Durchschnitt aller Befragten.

Das Ergebnis widerspricht all jenen, die sich gegen die Reform stellen und vorgeben, die Interessen der Jungen zu vertreten. Aus Sicht von Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, könnte das daran liegen, dass alle Welt nur über die junge Generation spricht. "Wir reden mit der Jugend." Aus den Antworten zieht Urban den Schluss: "Junge Menschen haben sehr viel Verständnis für Ältere, die sich nach 45 Jahren am Band oder Schreibtisch mit einer vernünftigen Rente aus dem Arbeitsleben verabschieden wollen. Sorge bereitet ihnen nicht die Reform, sondern der Gedanke an ihre eigene Rente."

Pikant: Studien von Reformgegnern ergeben ähnliche Ergebnisse

Nur jeder vierte Befragte zwischen 18 und 34 geht davon aus, später einmal von der Rente leben zu können. Deshalb fordern vier von fünf, das Rentenniveau stabil zu halten. Fast drei Viertel der Jungen wären sogar bereit, für eine Rente, die ihren Lebensstandard im Alter sichert, höhere Beiträge zu zahlen. "Die öffentliche Debatte läuft schief", kritisiert Urban. "Bei der Bevölkerung trifft die Reform auf große Zustimmung, bei einem Teil der Politik und den Wirtschaftslobbyisten auf große Ablehnung. Die Entscheidungseliten haben sich offenbar von der Bevölkerung entfernt. Das ist kein guter Befund für die Demokratie in unserem Land."

Grafik: IG Metall-Umfrage zur abschlagsfreien Rente

Besonders pikant: Die Studien der Reformgegner kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Auch eine von Gesamtmetall über die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Auftrag gegebene Allensbach-Umfrage zeigte: Die Zustimmung für einen abschlagsfreien Ausstieg in die Rente ist hoch.

Der Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles sieht vor, dass Beschäftigte nach 45 Versicherungsjahren mit 63 ohne Abschläge in Rente gehen können. Neben den Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus einer Beschäftigung sollen unter anderem Zeiten für die Erziehung von Kindern bis zum zehnten Lebensjahr, die Pflege von Angehörigen, Leistungen bei Krankheit sowie Übergangs- und Kurzarbeitergeld berücksichtigt werden. Zum Rentenpaket der Ministerin gehören außerdem Verbesserungen für Erwerbsgeminderte. Sie sollen besser abgesichert werden. Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, sollen einen zusätzlichen Rentenpunkt für ihre Erziehungsarbeit erhalten.

Sehnsüchtig erwartet: nach 45 Jahren endlich abschlagsfrei in Rente

Nimmt das Gesetz alle Hürden wie geplant, soll es zum 1. Juli in Kraft treten. Erst dann können Beschäftigte, die die Voraussetzungen erfüllen, früher abschlagsfrei in Rente gehen. Die IG Metall begrüßt das Rentenpaket, allerdings reicht ihr die Reform nicht aus. Damit auch die junge Gerenation im Alter eine auskömmliche Rente beziehen kann, darf das Rentenniveau nicht weiter abgesenkt werden. Stattdessen sollte es auf dem Stand von heute eingefroren werden. Kritik übt die IG Metall auch an der Finanzierung der sogenannten Mütterrente aus Beiträgen zur Rentenversicherung. "Die Erziehung von Kindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss daher aus Steuern bezahlt werden", sagt IG Metall-Vorstand Urban.

Union und SPD verhandeln derzeit über die genaue Ausgestaltung des Gesetzes. Urban mahnt die Koalitionäre, das Vorhaben dabei nicht aufzuweichen. "Ich kann Union und SPD nur davor warnen, die Rente mit 63 durch Stichtagsregelungen zu verwässern", so Urban. Für die Gewerkschaften sei die Rente ab 63 eine "Gerechtigkeitsfrage" und sie erwarteten von der Koalition, dass sie Wort halte. Von vielen Beschäftigten wird das Rentenpaket inzwischen sehnsüchtig erwartet. Wer mit 14 seine Ausbildung begann und nach 45 Jahren immer noch jeden Tag zur Schicht geht, ist froh über jeden Tag, den er früher in Rente gehen kann.

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