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Rentendebatte

Equal Pay und Mindestlöhne gegen Altersarmut

03.08.2011 Ι Immer mehr Rentner in Deutschland sind arm. Ihre Kaufkraft sinkt. Das Bundesarbeitsministerium begründet dies mit niedrigen Lohnsteigerungen. Diese Argumentation geht am Kern des Problems vorbei: Denn der wesentliche Grund für die sinkende Kaufkraft sind Niedriglöhne und tariflich unregulierte Arbeitsverhältnisse. Wir sagen, was dagegen getan werden kann.
Immer mehr Rentner leben unterhalb der Armutsgrenze. Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat sich die Altersarmut dramatisch verschärft. Die Einkommen lagen im Jahr 2009 bei 11,5 Prozent der Rentnerhaushalten unterhalb der Armutsgrenze. 1995 lag diese Quote bei 9,4 Prozent. Die Rentenerhöhungen sind an die Entwicklung der Löhne und Gehälter gebunden. Um Altersarmut zu bekämpfen, muss deshalb der Arbeitsmarkt dringend reguliert werden. Daher fordert Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall: "Wir brauchen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt". Nur so kann die drohende Altersarmut mittel- und langfristig verhindert werden.  

Prekäre Jobs und Niedriglöhne schwächen Kaufkraft
Als Hauptgründe für die gesamtwirtschaftlich niedrigen Lohnsteigerungen sieht Huber die Zunahme von Leiharbeit, anderen prekären Arbeitsverhältnissen sowie des Niedriglohnsektors. In der Metall- und Elektroindustrie oder der Stahlbranche sind Löhne und Gehälter dagegen deutlich gewachsen, "seit 2000 nominal um über ein Viertel", bilanziert Huber.

Eine gesetzliche Regelung zur Gleichstellung von Leiharbeit und allgemeinverbindliche Mindestlöhne wie die IG Metall sie fordert würden laut Huber die Gehälter von fast einem Viertel aller Beschäftigten sofort spürbar verbessern und damit positive Wirkung auf die Renten haben. Als Beispiel führt er an, dass der Lohnlücke zwischen Tarifbeschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie und Leiharbeitern in der niedrigsten Entgeltgruppe 776,50 Euro monatlich ausmacht.

Regierung soll Hausaufgaben machen
Huber macht deutlich, dass sich mit den von der IG Metall geforderten Maßnahmen mehrere positiver Effekte erzielen ließen: "Die Bezieher von niedrigen Einkommen erhalten mehr Geld und beleben die Binnenkonjunktur. Die Gleichstellung von Leiharbeitern und allgemeinverbindliche Mindestlöhne kosten den Steuerzahler keinen einzigen Euro." Anstatt den Menschen mit ungedeckten Steuerschecks etwas vorzugaukeln, solle die Bundesregierung ihre Hausaufgaben auf dem Arbeitsmarkt endlich erledigen, fordert Huber.

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