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Recht nah dran: Nachschlag für Leiharbeiter

Recht nah dran: Nachschlag für Leiharbeiter

18 000 Euro an Leiharbeiter

23.10.2012 Ι Manfred war fünf Jahre als Leiharbeitnehmer bei Alstom in Salzgitter eingesetzt. Bezahlt hat ihn seine Zeitarbeitsfirma nach dem Tarifvertrag der christlichen Tarifgemeinschaft. Sein Stundenlohn lag über 30 Prozent unter dem der Alstom-Beschäftigten. Mit Hilfe des IG Metall-Rechtsschutzes konnte Manfred eine Nachzahlung von 18 000 Euro einklagen.
Das Urteil des Arbeitsgerichts Köln vom 4. Juli 2012 ist zwar noch nicht rechtskräftig, aber trotzdem eine echte Genugtuung für den Metaller Manfred Stein*: "Jetzt hab ich's schwarz auf weiß, dass meine Bezahlung unrecht war."

Bezahlt nach Billig-Tarif der christlichen Tarifgemeinschaft

Von 2003 bis 2008 war Manfred als Leiharbeitnehmer bei Alstom in Salzgitter eingesetzt. Allein sein Stundenlohn lag trotz gleicher Arbeit mehr als 30 Prozent unter dem der Alstom-Beschäftigten. Sein Arbeitgeber, die montaplanGmbH, hat ihn nach dem Tarifvertrag der christlichen Tarifgemeinschaft (CGZP) bezahlt. Dieser wurde Ende 2010 vom Bundesarbeitsgericht für unwirksam erklärt. "Ich wollte zumindest mal prüfen lassen, ob ich auch Anspruch auf eine Nachzahlung habe", erinnert sich Manfred. "Das Thema war ja in aller Munde."

So landete er beim Rechtsschutz der IG Metall. "Der Anspruch von Manfred auf den Vergleichslohn im Einsatzbetrieb war absolut berechtigt", erklärt Marion Koslowski-Kuzu, Fachsekretärin der IG Metall Salzgitter. "Zwar war vieles bereits verjährt, aber allein für das Jahr 2008 konnten wir über 18 000 Euro geltendmachen und einklagen."

Geduld haben

Fast ein Jahr hat es bis zum Urteil gedauert. Aber Manfred hatte so lange gewartet, da kam es ihm auf die Dauer der Auseinandersetzung nicht an. "Ich hatte ja nichts zu verlieren und die Firma Alstom hat mich schon vor Jahren in ein Arbeitsverhältnis übernommen", sagt Manfred gelassen.

Der beklagte Arbeitgeber hat mittlerweile Berufung beim Landesarbeitsgericht Köln eingelegt - von daher ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch die weiteren Instanzen das Urteil bestätigen werden", äußert sich Marion Koslowski-Kuzu. "Ich freue mich, dass die IG Metall mit und für Manfred die Welt ein kleines Stück gerechter machen konnte."

Die CGZP ist nicht tariffähig und war es auch nie. Infos rund um das Urteil gibt es bei den IG Metall-Verwaltungsstellen vor Ort oder bei der kostenlosen Leiharbeits-Hotline: 0800 - 4463488.

* Name von der Redaktion geändert.

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