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Ratgeber Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Fass mich nicht an!

29.08.2012 Ι Ein anzüglicher Blick, eine unangebrachte Berührung, eine Bemerkung unter der Gürtellinie oder nackte Tatsachen an den Wänden. Die Definition von sexueller Belästigung ist weitläufig. Doch was tun, wenn man selbst betroffen ist?

Sexuelle Belästigungen passieren täglich. Viele Arbeitnehmer sind der sexuellen Belästigung durch Kollegen oder den Vorgesetzten ausgesetzt. Schon ein Kalender mit leichtbekleideten Mädchen kann zur sexuellen Belästigung gezählt werden. Insbesondere weibliche Beschäftigte sind davon betroffen. Und gerade Auszubildende schweigen oft und fügen sich in ihr Schicksal. Was kann Frau (oder Mann) gegen sexuelle Belästigung im Betrieb tun?


Schnell handeln

Erste Schritte können sein, dem Belästiger direkt zu sagen, was man von den Schmuddel-Bildern hält. Klare Worte helfen bei Personen, die die körperliche Distanz nicht wahren, zum Beispiel unnötiges Anfassen in einem Gespräch oder wenn sich jemand an der Werkbank zu nah an einen herandrängelt. Darum konkrete Aussagen benutzen wie: "Lass das." oder "Komm mir bitte nicht zu nah! Ich kann nur dann ungestört mit Dir reden, wenn Du ein Stück zurück gehst!".


Was zu tun ist

Hören die Belästigungen nicht auf, sollten Azubis ihren Betriebsrat und Jugendvertreter darüber informieren. Das Gespräch sollte unter vier Augen stattfinden. Mithilfe des Betriebsrats können weitere Schritte gegen den "Anmacher" eingeleitet werden. Größere Erfolgschancen, gegen die Belästigungen vorzugehen oder rechtliche Schritte einzuleiten hat, wer die Vorfälle schriftlich dokumentiert. Auch um andere Kolleginnen und Kollegen zu schützen, ist es wichtig, dass man Belästigungen am Arbeitsplatz meldet, damit Täter nicht ungestraft davon kommen.


Ein Flirt schmeichelt nicht immer

Auch wer gerne flirtet, sollte sich absolut sicher sein, dass das Objekt der Begierde ebenfalls interessiert ist. Sonst ist es nämlich kein Flirten, sondern schnell sexuelle Belästigung. Und diese ist während einer Betriebsfeier genauso verboten wie im normalen Arbeitsalltag. Dabei muss es nicht immer die direkte "Anmache" sein. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main urteilte, dass sexuelle Belästigung auch darin liegen könne, wenn jemand die allgemein übliche körperliche Distanz nicht wahrt. Ein Geschäftsführer hatte mehrfach Mitarbeiterinnen unnötigerweise angefasst oder sich an sie herangedrängelt. Sein Einwand, er habe keine sexuellen Absichten gehabt, nützten ihm nichts. Das Gericht sah seine Entlassung als gerechtfertigt an.

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