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Ratgeber Kündigungsschutz

Ratgeber Rechtsschutz

Kündigung, nein danke!

04.04.2012 Ι Zu Unrecht entlassen? Das muss keiner akzeptieren. Mit Hilfe der Gewerkschaft und des Rechtsschutzes lassen sich ungerechtfertige Kündigungen vor Gericht abschmettern. Wie das geht, zeigt ein Beispiel in unserem Ratgeber Rechtsschutz.
Matthias Weichendorn* weiß, wie es sich anfühlt, gekündigt zu werden. "Das war völlig absurd", erzählt er. "Die wollten meine Stelle streichen. Aber eine andere einrichten, für die ich angeblich nicht kompetent genug sei." Der Diplom-Elektro-Ingenieur nahm das nicht einfach hin. Er ging in seine IG Metall-Verwaltungsstelle und ließ sich beraten.

Nach mehreren Prozessen war klar: Die Kündigung war nicht gerechtfertigt. Matthias konnte seinen Job behalten. "Das wäre ohne den Rechtsschutz nicht so glatt gelaufen. Und dass ich das Recht auf Lohnfortzahlung habe, auf die Idee wäre ich alleine auch nicht gekommen."

DGB-Rechtsschutz. Frafik: Julia Buschmann
DGB-Rechtsschutz. Grafik: Julia Buschmann

Nicht alleine zum Gericht

Matthias wusste, dass er mit seinem "Fall" bei der IG Metall eine Anlaufstelle hat. In der Offenbacher Verwaltungsstelle hörte man ihm zu und vermittelte ihm den DGB Rechtsschutz. Dort arbeiten Juristinnen und Juristen, die auf das Arbeits- und Sozialrecht spezialisiert sind. Und alle Gewerkschaftsmitglieder bekommen von ihnen kostenlosen Rechtsbeistand vor Gericht. Bei Matthias hieß das: außergerichtliche Anhörung ohne Einigung, anschließend Prozess vor dem Arbeitsgericht (erste Instanz), den er verlor. Dann prüften die Experten vom Ressort Arbeits- und Sozialrecht der IG Metall den Fall. Sie hielten das erstinstanzliche Ergebnis für falsch. Und sie sollten rechtbehalten: Vor dem Landgericht (zweite Instanz) gewann Matthias seinen Prozess.

Gute Noten von Mandanten

Nicht nur Matthias hat gute Erfahrungen gemacht: Es gibt Fakten, die belegen, wie gut gewerkschaftlicher Rechtsschutz ist. Der DGB Rechtsschutz selbst fragt alle zwei Jahre ab, wie zufrieden die Mandanten waren. Und da gibt es Topnoten. 86 Prozent sagen, dass sie zufrieden oder sehr zufrieden waren. Von IG Metall-Mitgliedern gibt es im Durchschnitt die "Note 1,74".

Gute Noten von Experten

Und auch Wissenschaftler haben ermittelt, was der Rechtsschutz bringt. Die Technische Universität Darmstadt hat 221 Fälle analysiert und rausgefunden: Wer vor dem Arbeitsgericht von einem gewerkschaftlichen Juristen vertreten wird, hat bessere Chancen, den Prozess zu gewinnen, als wenn der Jurist nicht vom DGB Rechtsschutz kommt.

Und auch von der Universität Trier gibt es eine Studie dazu, ob ein Zusammenhang besteht zwischen Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft und der Wahrscheinlichkeit, gekündigt zu werden. Das Ergebnis ist: Das Risiko, den Job durch eine individuelle Kündigung zu verlieren, ist um ein Drittel geringer, wenn man in einer Gewerkschaft ist. Für diesen Zuammenhang sehen sie den Grund hauptsächlich in dem starken Rechtsschutz.

Dieser hat ihrer Meinung nach gleich zwei schützende Effekte. Erstens: Gewerkschaftsmitglieder haben einen unkomplizierten und kostenlosen Zugang zum Rechtsbeistand. Zweitens: Deswegen scheuen Arbeitgeber bei ihnen eher eine Kündigung, denn sie müssen eventuell die Prozesskosten übernehmen oder zum Beispiel auch Abfindungen zahlen.

Kompetente Juristen für Gewerkschaftsmitglieder - im Fall der Fälle gut, dass es sie gibt.

*) Name von der Redaktion geändert

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