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Ratgeber Mentoring für Frauen

Ratgeber Mentoring für Frauen

Fördern und entdecken

15.11.2012 Ι Inzwischen bieten viele große Unternehmen Mentoren für Frauen an. Sie kommen aus dem eigenen Haus oder aus einem anderen Betrieb, was kleinere und mittlere Firmen oft nutzen. Frauen können sich auch privat eine Mentorin suchen. Wer sich für das Thema interessiert, kann beim Betriebsrat nachfragen oder es dort anregen.
Wenn Unternehmen Frauen fördern, stellen sie ihnen immer öfter erfahrene Führungskräfte zur Seite. Mentoring nennt sich das. Doch was für Frauen erst erfunden werden musste, gibt es für Männer schon lange.

Es konnte nicht anders sein. Dieses Frauenförderprogramm hat ein Mann erfunden. Laut griechischer Mythologie soll Odysseus vor seiner Reise seinen Sohn einem Freund anvertraut haben, der über ihn wachen und ihm Ratschläge geben sollte. Der Freund hieß Mentor. Was der Grieche aus der Sage seinem Sohn gönnte, nutzen Unternehmen seit einigen Jahren, um weiblichen Nachwuchs zu fördern.

Mentorenprogramme stellen jungen Frauen eine ältere Kraft an die Seite. Meist sind es Führungskräfte, die ihre Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben und ihnen helfen, Stärken zu entdecken und richtig einzusetzen. Mentorenprogramme richten sich aber nicht deshalb an Frauen, weil sie besonders hilfsbedürftig sind und allein ihren Weg nicht finden. Das andere Geschlecht profitiert genauso von Mentoren. Nur ist Nachwuchsförderung unter Männern seit langem selbstverständlicher und läuft nicht unbedingt unter diesem Namen.

Mehr Sicherheit

Einen Mentor hat auch Eva-Maria Popp seit einem Jahr an ihrer Seite. Die 28-Jährige arbeitet bei Bosch in Bamberg. Gelernt hat sie Mechatronikerin und sich anschließend zur Industriemeisterin Metall weitergebildet. Vor kurzem kletterte sie die Karriereleiter eine Stufe nach oben, von der Einstellerin zur Meistervertreterin. Ob ihr Mentor, ein Abteilungsleiter, ihr bei diesem Schritt zur Seite gestanden hat? Eva-Maria überlegt kurz: "Ja, auf jeden Fall. Ich denke, ich hätte zwar auch ohne das Mentorenprogramm diesen Schritt geschafft. Aber es hatmir dabei geholfen. Mein Mentor hat mich zum Beispiel sehr gut auf meinVorstellungsgespräch vorbereitet."

Vor dem Gespräch gab er ihr Tipps wie: "Lass Dir für jede Antwort Zeit und bleib immer ruhig." Aber auch bei der täglichenArbeit gibt ihr der Rat des Älteren Sicherheit. Als Meistervertreterin hat sie Verantwortung für andere Beschäftigte.Wenn sie nicht weiß, was sie im Mitarbeitergespräch beachten muss, fragt sie ihren Mentor. "Es hilft einfach, wenn ein erfahrener Kollege mit Blick von außen mir sagt, wie er mich, meine Stärken und meine Schwächen sieht."

Doch nicht nur sie selbst profitiert von dem Mentorenprogramm, findet Eva-Maria. "So sehen auch Führungskräfte, dass es clevere Frauen im Unternehmen gibt. Und gemischte Teams arbeiten ja bekanntlich besser."

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