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Pressemitteilung Nr. 70/2004

13.07.2004

IG Metall fordert 3,5 Prozent für die Textil- und Bekleidungsindustrie

13.07.2004 Ι

Frankfurt/Main - Die IG Metall fordert für die rund 150 000 Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie in Westdeutschland eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 3,5 Prozent. "Um innovative Produkte zu fertigen, beispielsweise Textilien für das Bau-, Energie- und Gesundheitswesen, werden qualifizierte und flexible Beschäftigte gebraucht, die qualifikationsgerecht und anforderungsbezogen entlohnt werden müssen", sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, am Dienstag in Frankfurt. Deshalb fordere die IG Metall auch die Fortführung und den Ausbau des seit 1997 bestehenden Weiterbildungstarifvertrages. Außerdem fordert die Gewerkschaft die Verlängerung der Tarifverträge über Altersteilzeit, Insolvenzschutz und zur Übernahme Ausgebildeter. Weiter strebt die IG Metall die Einführung eines Textil-Entgelt-Tarifes an, der einen einheitlichen Rahmen für regionale und branchenspezifische Entgelt-Tarifverträge für die Textil- und Bekleidungsindustrie bilden solle.


Die Branche leide zwar an der allgemeinen Konsumschwäche, die dämpfend auf Produktion und Absatz wirke, leide jedoch nicht unter einem Kostenproblem, sagte Huber. Die Erfolge im Export und die sinkenden Importe von Textilien und Bekleidungswaren aus Billiglohnländern seien Beleg dafür. Auch der Anteil der Lohnkosten am Umsatz hat sich nach Gewerkschaftsangaben verringert und beträgt rund 15 Prozent in der Bekleidungs- und rund 20 Prozent in der Textilindustrie. "Mangelnder Kaufkraft kann man nicht mit Lohnzurückhaltung begegnen", sagte Huber. Gesamtwirtschaftlich würde so eine gefährliche Spirale in Gang gesetzt, denn fehlende Einkommen würden sich in noch weniger Konsum niederschlagen. In der Textilindustrie ist die Zahl der Beschäftigten von 151 000 im Jahr 1995 auf rund 100 000 in 2003 gesunken, in der Bekleidungsindustrie von 106 000 auf rund 50 000 in 2003. Die Tarifverhandlungen beginnen am 22. August in Darmstadt.


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