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Pressemitteilung Nr. 75/2004

30.07.2004

Huber nennt aktuelle politische Debatte "Schnäppchenjagd auf Arbeitnehmerrechte"

30.07.2004 Ι

Frankfurt am Main - Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, hat eine Versachlichung in der aktuellen öffentlichen Debatte über Wirtschafts- und Tarifpolitik gefordert. "Das Sommerloch ist keine hinreichende Begründung für den Wettlauf nach der unsinnigsten und unmenschlichsten Forderung, die einem Politiker oder Arbeitgeberfunktionär einfällt", sagte Huber am Freitag in Frankfurt mit Blick auf diverse Forderungen nach Abschaffung des Kündigungsschutzes und einer Verlängerung der Arbeitszeit. "Das ist keine ernstzunehmende politische Debatte mehr, sondern eine Schnäppchenjagd auf Arbeitnehmerrechte", sagte Huber.


Der jüngste "Europäische Tarifbericht" des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung lege die zentralen Probleme des Standorts Deutschland offen. "Wir sind das Land mit den moderatesten effektiven Einkommenssteigerungen in Europa". Trotzdem sei es so, dass es in Deutschland die schlechteste Wirtschaftsentwicklung und die geringsten Erfolge beim Arbeitsmarkt gebe. "Unser Land hat kein akutes Kostenproblem, sondern ein Konzeptproblem", sagte Huber.

Zwar habe die Tarifpolitik der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie nominal auch in 2004 die Einkommensgerechtigkeit erhalten, durch betriebliche Lohnabstriche und unsoziale Umverteilung durch Gesetze und Abgaben sei davon jedoch zu wenig bei den Menschen angekommen. Die schwache Binnenkonjunktur unter der Deutschland leide, sei Ergebnis dieser falschen Weichenstellungen.

"Wer in so einer Phase die 50-Stunden-Woche fordert, Urlaubsverzicht predigt oder Entlassungen vereinfachen will, der verunsichert die Menschen zusätzlich und macht sich zum Totengräber des notwendigen Aufschwungs", betonte Huber.


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