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Pressemitteilung Nr. 59/2004

08.06.2004

Peters warnt internationale Autoindustrie vor "Überkapazitätenfalle"

08.06.2004 Ι

Detroit - Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, hat am Dienstag in Detroit die Automobilindustrie vor den negativen Folgen eines weltweiten Aufbaus von Überkapazitäten gewarnt. Preisdruck und drohende ReImporte auf die westlichen Märkte gefährdeten die Margen der Automobilhersteller und die Sicherheit von Arbeitsplätzen. "Die Konzerne können längst nicht die erwarteten Preise erzielen", sagte Peters auf der Konferenz des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes (IMB). "Das größte Risiko aus ökonomischer Sicht besteht darin, dass die Konzerne reihenweise in eine Überkapazitätenfalle hineinlaufen", sagte Peters in seiner Eigenschaft als IMB-Präsident.


Die Gefahr von Überkapazitäten bestehe unter anderem im Zusammenhang mit China, erklärte Peters. "Jeder will dabei sein, wenn der chinesische Markt explodiert, weil keiner die vermutete historische Chance einer grandiosen Markterweiterung verpassen will." Keines der Unternehmen bedenke jedoch die Folgen von Überkapazitäten. In der Automobilindustrie drohten Re-Importe nicht von Billigprodukten, sondern hier stünden Autos mit vergleichbarer Markenqualität auf Abruf. Peters warnte davor, dass die internationalen Konzerne den Druck aus sinkenden Gewinnen und Gewinnerwartungen auf die Belegschaften verlagerten. Die Arbeitnehmer dürften nicht die Leidtragenden dieser schwierigen wirtschaftspolitischen Gemengelage werden.

Der IMB, der sich weltweit für die Beschäftigten der Metallindustrie einsetzt, hatte auf der letzten Weltautomobilkonferenz im Jahr 2000 in Wolfsburg vereinbart, die Achtung der international vereinbarten Kernarbeitsnormen sowie angemessene Entlohnung und akzeptable Arbeitsbedingungen zu verwirklichen. "Wir sind diesen Zielen ein Stück näher gekommen, doch es gibt noch eine Menge zu tun", sagte Peters. Beispielhaft nannte er den Aufbau gewerkschaftlicher Betriebspolitik über Ländergrenzen hinweg etwa durch Weltbetriebsräte. Die Gewerkschaften könnten sich einer fortschreitenden Globalisierung der Märkte nicht widersetzen. "Wir können aber viel dafür tun, dass die Globalisierung ein menschliches Antlitz erfährt", erklärte Peters.


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