25. November 2013
Pressemitteilung Nr. 58/2013
Detlef Wetzel fordert mehr Beteiligung und bessere Lebenschancen

Frankfurt am Main – Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall, hat mehr Demokratie, mehr Beteiligung und bessere Lebenschancen für eine gerechtere Gesellschaft gefordert. „Mehr Beteiligung, mehr Mitbestimmung, mehr Gerechtigkeit, dieses Verlangen bricht sich auf der ganzen Welt Bahn“, sagte Wetzel am Montag auf dem 6. Außerordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall in Frankfurt. Die IG Metall sei Teil dieser weltweiten Bewegung für mehr Gerechtigkeit.

„Wir haben uns verändert, um erfolgreich zu bleiben“, sagte Wetzel. Maßstab für die Konzepte der IG Metall seien die grundlegenden Ansprüche der Beschäftigten: sichere und faire Arbeit, ein sorgenfreies Leben im Alter, eine gute Zukunft für Kinder, Arbeit und Leben miteinander vereinen zu können und eine gerechtere und ökologischere Gesellschaft. Dies seien die Ansprüche aller Beschäftigten. Vom Stahlarbeiter bis zur Entwicklungsingenieurin, Werkvertragsbeschäftigte wie Stammbeschäftigte – die IG Metall decke die ganze Vielfalt der modernen Arbeitswelt ab.

Gute Lebenschancen für alle Menschen müsse Leitgedanke der Politik werden. Es sei an der Zeit, ein neues Kapitel der sozialen Marktwirtschaft zu schreiben. „Alle Menschen haben einen berechtigten Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe und eine menschenwürdige Existenz“, sagte Wetzel. Voraussetzung sei ein aktiver und vorsorgender Staat, der in jeder Lebensphase Instrumente und Unterstützung anbiete und so Chancen auf ein gutes Leben und sozialen Aufstieg ermögliche.

Nicht nur die Politik müsse den Menschen zuhören, die Beschäftigten bräuchten auch eine wirkungsvolle Stimme in den Unternehmen. „Demokratie in einer Gesellschaft ist erst dann vollständig und lebendig, wenn auch Demokratie im Betrieb herrscht“, sagte Wetzel. Die IG Metall fordere deshalb mehr betriebliche Mitbestimmung etwa bei Leiharbeit, Werkverträgen und Outsourcing sowie mehr individuelle Beteiligungsmöglichkeiten. „Es sollte selbstverständlich sein, Betroffene zu Beteiligten zu machen“, sagte Wetzel. Überfällig sei auch ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften und erweiterte Rechte bei der Unternehmensmitbestimmung kleiner und mittlerer Betriebe. „Ich sage deutlich: Wir haben nicht zu viel Mitbestimmung, sondern zu wenig“, sagte Wetzel.

Lohndumping und Zwei- oder Drei-Klassen-Belegschaften erteilte Wetzel eine klare Absage. Die IG Metall erhebe tarifpolitisch den Anspruch, Tarifverträge für alle Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette durchzusetzen. „Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Organisationbereich müssen von sich sagen können: Ich habe einen Tarifvertrag der IG Metall!“, sagte Wetzel.

Um auch der künftigen Generation gute Lebenschancen zu ermöglichen, müsse Deutschland mehr in seine Zukunft investieren. Wetzel forderte massive Investitionen in Umweltschutz, Energiewende, Weiterbildung, Kinderbetreuung sowie Bildung und Forschung und Entwicklung. Nicht nur der Staat, auch die Unternehmen seien in der Pflicht. „Wir erwarten, dass die Unternehmen, die gute Gewinne erzielen, mehr als bisher in die Zukunft investieren“, sagte Wetzel. Deutschland müsse auf „Besser-statt-Billiger-Strategien“, also faire Arbeit und herausragende Produkte statt Dumpinglöhne setzen. Die Vermögenden der Gesellschaft, müssten endlich angemessen an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligt werden, erklärte Wetzel.

Die Idee des selbstbestimmten Bürgers am Arbeitsplatz und nachhaltiger Zukunftsinvestitionen dürfe sich nicht auf Deutschland beschränken. „Wir brauchen ein Aufbauprogramm für Europa, wir brauchen Investitionen in Arbeit, Umwelt, Gesundheit und Bildung“, forderte Wetzel. Eine europäische Bürgerinitiative für ein sozialeres und gerechteres Europa sei eine Option für alle gesellschaftlichen Gruppen und Einzelpersonen, an dieser Stelle Einfluss zu nehmen. „Es geht um nichts weniger als die Zukunft Europas. Die ist jeden Einsatz wert“, sagte Wetzel.


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